Heute bin ich angekommen. Glücklich und zufrieden. Mein Name ist Iris und ich lebe mit Histaminintoleranz. Ein erkenntnisreicher Weg liegt hinter mir. Heute möchte ich dich mit meiner Geschichte ermutigen deinen ganz eigenen Weg zu gehen – zurück zu dir. Denn eines weiß ich ganz sicher. HIT-Betroffene sind ganz außergewöhnliche und kreative Menschen. Wenn sie Frieden schließen mit sich und ihren Erfahrungen, wartet eine lebendige, erfüllende und schöpferische Zukunft auf sie. Davon bin ich überzeugt.

Anfänge und Unklarheit

Mit 24 Jahren habe ich mir einen Studienplatz an der Hochschule für Musik  Nürnberg erkämpft. Die Aufnahmeprüfungen waren extrem hart. Mit übertriebenem Perfektionismus, überspitztem Idealismus, extremer Verbissenheit habe ich mein Studium begonnen. Meine Begleiter waren Dauerschnupfen und Erkältung, Müdigkeit und die Frage „Wie schaffen es andere, den ganzen Tag auf den Beinen zu sein?“. Ich war erschöpft. Immer. Dadurch war ich wenig gesellig und habe mich oft unwohl gefühlt. Ich war eigenbrödlerisch, launisch, kritikfreudig und extrem anspruchsvoll. Meine Erfahrungen konnten auf 3 Sätze, die für mich damals „Wahrheit“ waren, heruntergebrochen werden. Ich bin nicht genug. Die anderen sind schuld. Mir wird unrecht getan.

Bis zum Vordiplom habe ich „gut“ funktioniert – Jahrgangsbeste und Burn out. Plötzlich war der Boden weg.

Das schwarze Loch

Nichts ging mehr. Alles war zu viel. Menschen habe ich nicht mehr ertragen. Vom Arzt wurden mir Anti-Depressiva verschrieben. Die Tabletten haben mich durchdrehen lassen – mein Arzt hat mir nicht geglaubt. Ich war hilflos, alleine und extrem verzweifelt. Mir war klar – bei den Schulmedizinern finde ich keine Antworten. Ich brauche Alternativen und Hilfe. Schnell. Durch eine sehr fachkundige Heilpraktikerin habe ich natürliche Anti-Depressiva Mittel ausgetestet bekommen. Zum ersten Mal seit Langem spürte ich Erleichterung. Ich hatte weiterhin extreme Stimmungsschwankungen und mein soziales Miteinander war grauenhaft – auch mein Verhältnis zu meiner Familie war katastrophal schlecht. Eines wusste ich: ich will Lebensfreude zurück haben.

Meine 1 ½ Jahre Gesprächstherapie haben mich zwar stabilisiert, trotzdem habe ich mich weiterhin schlecht und hilflos (auch ausgeliefert) gefühlt. Und meinem Wunsch nach „mehr Lebensfreude“ bin ich nicht näher gekommen.

Die Wende

Da ich nicht mehr Querflöte, Musikalische Früherziehung, Bläserklassenleitung und Gesang unterrichten konnte und mein Studium finanzieren musste, habe ich in einem Coaching-Büro als Bürokraft angefangen. Die Aufgaben waren befriedigend – denn ich habe jeden Tag alles erledigen können was auf dem Tisch lag und bin immer mit einem Stapel Post gegangen. Ein Musikstudium ist sehr wenig greifbar und es wird anhand der eigenen Defizite ausgebildet. Mein Selbstwert war im Keller. Die neue Bürotätigkeit gab mir langsam Sicherheit zurück. Und mein neuer Arbeitsplatz begleitete Menschen in Veränderungsprozessen – raus aus dem Burnout, Krankheit, aussichtslosen Lebenssituationen. Ich war neugierig. Ein halbes Jahr erlebte ich, wie Teilnehmer sich veränderten und unglaublich gestärkt und kraftvoll nach einem 4-Tages-Kurs zurück ins Leben starteten. Ich konnte nichts verlieren. Mein eigener Kurs-Besuch brachte für mich die Wende. Zum ersten Mal habe ich tiefe Freude, Annahme und Stärke in mir gespürt. Ich konnte ganz ich sein und habe mich mit meinen Ängsten und Verletzungen, aber auch mit meiner Kreativität und Stärke kennengelernt. Wow. Danach konnte ich nicht mehr anders, als mich weiter auf (m)eine innere Entdeckungsreise zu begeben.

Zurück in die Eigenverantwortung

Für mich stand Kompetenzerweiterung im Focus. Ich begann mehrere Coaching-Ausbildungen, weil ich mich noch besser verstehen wollte. Eines war mir klar. Andere können mir keine Antworten auf meine Fragen geben – warum ich die Welt so wahrnehme, spüre und erlebe, wie ich es eben tue. Doch ich wollte meiner Wahrnehmung nun endlich Gewicht und „Wahrheit“ zusprechen und mich ernst nehmen. Auch wenn vieles irgendwie verrückt klang. Auch für mich. Ich wusste nicht, warum ich beim Essen gehen mit Freunden nach Kurzem aus der Haut fahren konnte und super aggressiv wurde. Ich wusste nicht, warum ich ständig so schrecklich erschöpft war. Ich wusste nicht, warum ich das Gefühl hatte, auf alles so extrem sensibel zu reagieren. Ich war wie ein wandelndes Dynamit-Fass und ich musste es so akzeptieren. Gesundheitlich war ich immer noch sehr erschöpft, launisch und irgendwie habe ich einfach vieles nicht vertragen.

Das Vertrauen in die Schulmedizin war zerstört. Ein Fahrradunfall und eine damit verbundene größere OP und die Genesungsphase haben mich zurück katapultiert in meine dunkelsten Tagen des Burnouts. Wieder merkte ich, das ich extrem und vor allem absolut gegensätzlich auf verschriebene Medikamente und Schmerzmittel reagierte. Da ich hier von den Ärzten totales Unverständnis und „ich soll mich nicht so haben“ rückgemeldet bekommen habe, war jegliches Vertrauen zerstört. Hier würde ich keine Unterstützung bei der Suche nach Antworten bekommen. Die Fragen häuften sich: Was ist nur los mit mir? Bin ich verrückt? Bilde ich mir das nur ein? Warum versteht mich denn niemand?

Endlich Klarheit

In meinen Coaching- Ausbildungen konnte ich viel lernen und Zusammenhänge verstehen. Es war eine unglaubliche
Reise zu mir selbst.
Ich entwickelte ein Bewusstsein dafür, das es wichtig ist, Familienordnung (systemisch) zu schaffen. Auch die Erkenntnis: meine Verhaltensmuster und Glaubenssätze (Glaubensideen) sind durch meine Kindheit geprägt und dem, was ich erlebt und nicht so gut „vertragen“ habe. Auch die Auseinandersetzung mit dem Thema „Verlorener Zwilling“ brachte mir Erleichterung: endlich bin ich ganz. Ich hatte ein sehr schwieriges Verhältnis zu meiner Mutter. Hier erkannte ich, je mehr ich Sie ablehnte, desto treuer und stärker war ich ihr verbunden, weil ich selbst mit diesem Glauben meinen Handlungsspielraum einschränkte (eben immer dagegen). Loslösung und Aussöhnung haben endlich (inneren und äußeren) Frieden gebracht. Ein weiterer Aha-Moment in  meiner Selbsterfahrung war die Tatsache, das ich Hochsensibel bin und meine Wahrnehmung sehr viel detailvoller und inhaltsstärker ist, als bei anderen. Dadurch brauche ich einfach mehr Erholungsphasen.

Durch die lange Reha-Phase nach dem Unfall stand viel Sport und Bewegung an. Ich begann mich auch mit Themen wie Entgiftung, Heilfasten und Ernährung zu befassen.

Mit 30 Jahren habe ich dann durch Heilfasten und einer Colon-Hydro-Therapie, die ich mir begleitend gegönnt habe, endlich den entscheidenden Hinweis bekommen. Die Heilpraktikerin fragte mich, ob ich vielleicht eine Histaminintoleranz habe, da die Art der Verklebungen in meinem Darm und meine erzählten Symptome, starke Indizien dafür wären.

Ich hatte keine Ahnung, was das sein sollte!

Zuhause habe ich sofort mit der Recherche begonnen. Und zum ersten Mal gab es ein Krankheitsbild, das alles, was mich und meine Erlebenswelt ausmachte, zusammenbrachte. Es hat mich und mein Verhalten erklärt. Endlich die lang ersehnte Antwort! Ich musste weinen vor Erleichterung. Zwei Wochen Kartoffeln haben sofort eine unglaubliche Symptomverbesserung gebracht. Die Antwort für mich war klar. Ich bin histaminintolerant.

Leben mit HIT

Heute bin ich 33 Jahre alt. Meine Freunde wissen, das ich keinen Alkohol trinke. Ich vertrage ihn einfach nicht. „Oh mein Gott“ und „Echt!? Du Arme.“ höre ich nur noch von Menschen, die mich gerade kennenlernen. Gesellschaftlich hat Alkoholgenuss einen immer noch sehr hohen Stellenwert. Daher trifft meine „Alkohol-Allergie“ oft auf Unverständnis. Sprüche wie „Du lügst mich doch an – das gibt es doch gar nicht!“ oder „So was hab ich ja noch nie gehört. Du verarschst mich gerade!“ darf ich gelegentlich noch erleben. Um so wichtiger ist es, hier ein Verständnis für die Komplexität dieser Unverträglichkeit zu etablieren und Aufklärungsarbeit zu leisten. Zu Hause im Alltag habe ich die Unverträglichkeit gut im Griff. Hier kann ich mich ohne Einschränkungen ernähren. Schwierig ist es immer noch im Urlaub oder beim Besuch von neuen Restaurants. Vermehrte Abgeschlagenheit und Erschöpfung bis hin zu verstopfte Nase, Kopfweh, Durchfall, Konzentrationsproblem, Gliederschmerzen (und manch anderes Symptom der HI) können hier kurzweilig bei mir auftreten. Ich weiß heute woher die Symptome kommen und fühle mich diesen nicht mehr ausgeliefert.

Meine wichtigsten Erkenntnisse.

Ich brauche ausreichend Schlaf. Ich brauche Sport, Bewegung und Natur. Das begünstigt meinen Histaminabbau. Entspannung und Erholung sind ein Muss für mich. Ich mache Yoga und finde es genial. Ich bin glücklich, weil ich endlich meinen Traumberuf als Freie Traurednerin lebe. Selbstverwirklichung und das Vertrauen, das ich für mich einstehe, haben mein Selbstwertgefühl gestärkt. Ich habe meine großen selbstzerstörerischen Themen gelöst und fühle mich in mir angekommen.

Natürlich habe ich auch heute noch schlechte Tage, Angst und tappe in ein Übermaß an Perfektionismus – doch erkenne ich das ganze nun viel schneller und habe viele Lösungsmöglichkeiten parat. Ich bin viel gelassener geworden. Dass das Leben so viel Freude, Glück und wertvolle zwischenmenschliche Beziehungen bereit hält, hätte ich niemals für möglich gehalten. Heute gehe ich offen auf Menschen zu und bewege und berühre, mit dem was ich tue.

Ich habe mich für die Liebe entschieden und meine wundervolle Frau Anna geheiratet und bei den eigenen Hochzeitsvorbereitungen meinen Traumberuf entdeckt. Wir sind umgezogen in ein friedliches, grünes Zuhause, wo ich jederzeit ein „Feuerle“ machen kann. Was ich unglaublich toll finde.

Danke.

Liebe Nora, dein Blog und deine Homepage sind wunderbar. Du bereitest das Thema Histaminintoleranz sehr fundiert auf und bietest mit deinen Ideen, Erfahrungen und Coaching- und Selbsterfahrungsmöglichkeiten eine wunderbare ganzheitliche Veränderung an.

Ich wünsche mir, das viele Betroffene noch schneller Klarheit über ihre Symptome bekommen und ermutigt werden, sich auf ihre ganz eigene Reise und Aussöhnung zu machen. Der Kampf darf enden und Freude und Liebe Einzug nehmen.

 

Dir, lieber Leser, sage ich Danke für deine Zeit und das Lesen meiner Geschichte. Ich freue mich auf unseren Austausch.

Gehe mutig deinen Weg.

Alles Liebe,Iris

Hier könnt ihr noch ein wenig mehr über Iris und ihr Angebot als freie Traurednerin lesen: Freie Trauungen

Fotos by: Claudia Ebeling

Schreib Iris einen Kommentar!

Hat dich Iris Geschichte berührt oder hast du Fragen an sie? Dann schreib doch bitte einen Kommentar – Iris freut sich sehr darauf, von dir zu hören!

 

Nora Hodeige

Nora Hodeige

Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
Nora Hodeige

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Aber: Was kochen bei Histaminintoleranz?

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Vielen Dank, dass du dich für histaminarme & glutenfreie Rezepte interessierst. Bitte bestätige deine Email Adresse in der Mail, die ich dir gerade gesandt habe. Im Anschluss daran flattern die Rezepte in deinen Postkasten :)