Seit noch nicht allzu langer Zeit weiß ich: Ich habe Hashimoto. Was klingt wie der neue Sushi Mann um die Ecke, ist leider eine automminune Entzündung der Schilddrüse. Das heißt im Klartext: Mein Körper greift sich selbst an. Als ich diese Diagnose bekommen habe, dachte ich: “Super, ich hab ja sonst keine Probleme“. Eigentlich wollte ich dieses Blog Hashimoto-frei lassen, aber in letzter Zeit fällt mir immer mehr auf, dass viele Menschen (vor allem Frauen) mit einer Histaminintoleranz auch eine Hashimoto Thyreoiditis haben oder anders herum. Deswegen machen wir jetzt mal hier ein bisschen Aufklärung, auch für diverse Verwandte, die mich immer mal wieder fragen, wann denn diese Entzündung endlich weg geht.

Hashimoto – Was ist das?

Hashimoto Thyreoiditis oder auch Autoimmunthyreoiditis ist eine chronisch verlaufende Entzündung der Schilddrüse. Auf Grund eines fehlgeleiteten Immunprozesses greift der Körper das Schilddrüsengewebe an und zerstört es so nach und nach. Der Körper ist nicht mehr in der Lage, ausreichend Hormone zu produzieren, wodurch der gesamte Hormonhaushalt in Durcheinander gerät. Im Laufe der Krankheit, vor allem bei einer nicht behandelten Erkrankung, gerät der Körper in eine starke Schilddrüsen-Unterfunktion.

Die Krankheit Hashimoto Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung (wie Multiple Sklerose, Diabetes und auch Krebs), wobei das Gewebe um die Schilddrüse herum dieselbige angreift und langsam zerstört. Die Schilddrüse ist dabei chronisch entzündet und kann ihre Arbeit nicht mehr optimal verrichten, es kommt zur Unterfunktion, die in eine partielle Überfunktion abrutschen kann und viele hormonelle Zusammenhänge im Körper leiden darunter.    


Die Krankheit verläuft in Schüben, wobei die Symptome für einige Zeit auch verschwinden können. Dieser Umstand macht es besonders schwer, Hashimoto an zu diagnostizieren. Erst eine Laboruntersuchung schafft Gewissheit. Die Behandlung erfolgt mit der lebenslangen Einnahme von Schilddrüsenhormonen, an die Dosierung muss sich jeder Patient selbst herantasten. 

Ich glaube, manchmal finde ich das Alles irgendwie alles so eigenartig, so dass ich diese meine Autoimmunerkrankung völlig vergesse. Ich bin gut eingestellt, habe ansonsten keine Probleme damit und bin sogar schwanger geworden (ohne Hormontherapie und völlig überraschend) – nur bei diversen Abnehm-Phasen, und momentan nach der Schwangerschaft befinde ich mich wieder einmal in einer solchen, da fällt es mir plötzlich wieder ein. Hashimoto – eine endgültige Diagnose. Denn ebenso wie andere Autoimmunerkrankungen (Multiple Sklerose, Diabetes, etc) ist Hashimoto nicht heilbar. Meine Schilddrüse zerstört sich selbst, langsam, aber stetig und es gibt wenig, was ich dagegen machen kann. 

Habe ich das auch?

Die Vorstellung der Symptome ist sehr schwierig, da sich Hashimoto bei jedem unterschiedlich zeigen kann. Um eine Einordnung über Antikörper, TSH, fT3, fT4 – Werte im Blut kommst du nicht drum rum. Dazu suchst du am besten einen Spezialisten, sprich Endokrinologen (leider leiden immer noch sehr viele Menschen unerkannt unter Hashimoto), auf, der dich dazu persönlich beraten kann. Diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ist aus meiner persönlichen Erfahrung sowie dem wunderbaren Buch Jeden Tag wurde ich dicker und müder: Mein Leben mit Hashimoto von Vanessa Blumhagen, das ich allen Betroffenen nur wärmstens ans Herz legen möchte. Vanessa schreibt darin sehr persönlich und sehr treffend von ihrer Odyssee bis zur Diagnose und gibt wertvolle Tipps, wie man die Hashimoto wenigstens eindämmen kann. 

Symptome von Hashimoto

  • Wassereinlagerungen
  • trockene, teigige Haut
  • stumpfe Haare, Haarausfall
  • Augenprobleme, Sehstörungen, trockene, tränende Augen
  • große Müdigkeit und Erschöpfung
  • Konzentrationsstörungen, Wortfindungsstörung
  • Schwindel, Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • depressive Stimmung, Angst- und Panikattacken
  • Verstopfung, Blähungen
  • starke Gewichtszunahme
  • kalte Hände und Füße
  • Kreislaufbeschwerden, Bluthochdruck
  • Herzrasen, Herzstolpern
  • nächtliches Einschlafen von Armen und Händen
  • Zyklusstörungen (bei Frauen), unerfüllter Kinderwunsch

Was hat das mit HIT zu tun?

Dass Histaminintoleranz ebenfalls ein Produkt von hormonellem Ungleichgewicht sein kann bzw. in engem Kontakt mit dem Hormonsystem steht, habe ich vor einigen Wochen schon einmal erläutert. Die Schilddrüse ist ein wesentlicher Bestandteil des Hormonsystems. Wenn die Schilddrüse nicht optimal arbeitet, leiden darunter die Hormonvorgänge des Körpers. Es kommt zu Versorgungsengpässen sowie Über- und Unterregulierungen einiger Organe und Hormonproduktions- und Regulationsstellen. Daraus resultierend kann es zu einer (zeitweiligen) Histaminintoleranz kommen. Des Weiteren ist der Darm von Hashimoto Patienten häufig angegriffen, durchlässiger Darm (leaky gut), Nahrungsmittelunverträgllichkeiten, Fehlbesiedlungen des Darms und chronische Entzündungen der Darmzoten sind die Folge.

 

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  1. Wenn Ernährung zur Qual wird*: Was ist Histamin eigentlich und wofür braucht es der Körper?
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Nora Hodeige

Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
Nora Hodeige

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