In der Reihe “Wenn Ernährung heilt” stelle ich euch heute Helen und die FODMAP Methode vor. Helen betreibt den Blog Weglasserei und berichtet in ihrem Blogartikel heute von ihrer Erfahrung mit FODMAP und wie diese Ernährungsform ihr geholfen hat.

Übrigens: Meine Lieblingsernährungsform und den Ernährungskurs “Love your metabolism” kannst du dir im Detail hier ansehen. Ich bin überzeugt davon, dass die richtige Ernährungsform unseren Darm und unseren Körper darin unterstützen kann, sein Gleichgewicht wieder zu finden. Es gibt nur sehr unterschiedliche Formen der “richtigen” Ernährung. Damit du einen Überblick hast, stelle ich dir einmal im Monat eine Ernährungsexpertin vor, die von ihren Erfahrungen berichtet.

Die anderen Ernährungsexpertinnen und ihre Artikel inklusive Interview findest du hier: Katharina hat mit der TCM Ernährung ihre Neurodermitis in den Griff bekommen, Nadja hat dank Low Carb & Paleo abgenommen und hält seit dem ihr Gewicht spielend und Julia probiert als Ernährungsberaterin gerne Ernährungsformen aus und richtet sich dabei nach ihrer Intuition.

Weglassen heilt dich nicht oder doch?

Helen gibt auf ihrem Blog “Weglasserei” wertvolle Tipps, wie du deinen Bauchschmerzen und Unverträglichkeiten auf die Spur kommen kannst. Dabei legt sie einen großen Schwerpunkt auf das Thema Ernährung und zeigt dir in zahlreichen Rezepten, wie du deine Ernährung an deine Bedürfnisse anpassen kannst. Außerdem gibt sie Einzelberatungen und hilft dir dabei, den Lebensmitteln auf die Spur zu kommen, die dir Beschwerden bereiten. Dabei spielt die FODMAP Ernährung eine große Rolle und in diesem Interview erzählt sie uns davon. 

Gleichzeitig ist es ihr ein Anliegen, darauf hinzuweisen, dass nicht nur die falsche Ernährung Probleme bereiten kann, sondern auch eine für dich falsche Lebensweise. Denn, wenn du deine Ernährung umgestellt hast und dennoch unter Beschwerden leidest, lohnt es sich einen Blick in andere Lebensbereiche zu werfen: Hast du zu viel Stress im Job? Bist du in einer unglücklichen Beziehung? Mutest du dir zu viel zu. Helen weiß: Den ein oder anderen Lebensbereich aufzuräumen beruhigt den Bauch stärker, als wir denken.

Was ist die FODMAP-Diät?

Bei der FODMAP-Diät werden Lebensmittel in zwei Gruppen eingeteilt: In FODMAP-arm und FODMAP-reich.

Aber was bedeutet FODMAP überhaupt?

Dahinter versteckt sich ein Name mit kaum aussprechbaren Begriffen: Fermentierbare, Oligosaccharide, Disachharide, Monosaccharide And Polysaccharide.

Dabei handelt es sich um kurzkettige Kohlenhydrate und Zuckeralkohole, die vergärbar (=fermentierbar) sind. Besser bekannt sind sie u.a. als Fructose, Laktose, Gluten oder Zuckeraustauschstoffe. Sie landen so gut wie unverdaut im Dickdarm und werden dort von den Darmbakterien vergärt. Dabei entstehen Gase, die bei Menschen mit empfindsamen Darm Verdauungsbeschwerden verursachen können. Die zeigen sich besonders in Blähungen und Durchfall.

FODMAP-arm sind Lebensmittel, in denen wenige der problemverursachenden Stoffe stecken. Das sind z.B. Kartoffeln, Brokkoli, Karotten, Beeren, Rhabarber, Quinoa, Hirse und laktosefreie Milchprodukte.

FODMAP-reich sind entsprechend die Lebensmittel, in denen viele der problemverursachenden Stoffe enthalten sind. Wie z.B. in Linsen, Erbsen, Kichererbsen, Blumenkohl, Zwiebeln, Knoblauch, Äpfeln und Kirschen.

Interview mit Helen Scheu von Weglasserei

Nach welcher Ernährungsform ernährst du dich?

Inzwischen esse ich nach keiner bestimmten Ernährungsform mehr. Dank der FODMAP-Diät fand ich heraus, welche Lebensmittel mir Probleme bereiten. Die lasse ich generell weg, probiere aber ab und zu aus, ob ich sie wieder vertrage. Mit meiner Fructoseintoleranz verzichte ich außerdem auf Lebensmittel mit viel Fructose.

Grundsätzlich ist es mir wichtig unverarbeitete und frische Lebensmittel zu essen. Möglichst viel frisches, verträgliches Gemüse, Salat und Kräuter und auch Obst in bekömmlichen Mengen. Buchweizen, Dinkel und Hirse verwende ich gerne als Beilagen. Milchprodukte esse ich kaum noch, weil sie mir nicht bekommen.

Wie lange ernährst du dich bereits so?

Vor vier Jahren fing ich an, mich mit gesunder Ernährung zu beschäftigen. Bis ich bei meiner heutigen gesunden und verträglichen Ernährung ankam dauerte es fast drei Jahre.

Was hat sich dadurch für dich verändert?

Ich bekam meine Fructoseintoleranz und meine anderen Unverträglichkeiten in den Griff. Heute bin ich beschwerdefrei, wenn ich auf die Lebensmittel verzichte, die mir Probleme bereiten.

Außerdem bin ich so zu einem insgesamt gesünderen Lebensstil gekommen. Ich bereite mir mein Essen aus möglichst frischen und gesunden Zutaten selbst zu, achte auf ausreichend Schlaf und bewege mich regelmäßig. Außerdem meditiere ich, um zu entspannen und in mich hinein zu hören, was ich gerade brauche.

Gab es einen ursprünglichen Anlass für diese Änderungen in deiner Ernährung?

Als ich ein halbes Jahr auf Bali war, fing ich mir dort eine Lebensmittelvergiftung ein. Die wurde mit einem starkem Antibiotikum behandelt. Seit dem hatte ich regelmäßig schlimme Magen-Darm-Beschwerden. Auch zurück in Deutschland wurden sie nicht besser. Als mir auffiel, dass die Beschwerden vor allem nach dem Essen auftreten, begann ich mit verschiedenen Ernährungsweisen zu experimentieren.

Woher hast du deine Informationen über diese Ernährungsform?

Die ersten Informationen darüber sammelte ich im Internet auf: FODMAP-Info und FODMAPs

Außerdem aus dem Buch “Der Ernährungsratgeber zur FODMAP-Diät”* von Martin Storr.

Auch in der App der Monash University gibt es hilfreiche Infos zur App zusammen gefasst.

Die vertrauensvollste Quelle ist meiner Meinung nach die Monash University Melbourne, da die FODMAP-Diät dort entwickelt wurde. Die Seite wurde inzwischen sogar ins Deutsche übersetzt.

Wem würdest du diese Ernährung empfehlen?

Die FODMAP-Diät ist für verschiedene Situationen geeignet. Wenn du heraus bekommen möchtest, woher deine Beschwerden kommen, ist die FODMAP-Diät ideal. Denn es werden die Lebensmittel weggelassen, die oft für Verdauungsbeschwerden verantwortlich sind. Aber auch wenn bei dir eine Nahrungsmittelunverträglichkeit festgestellt wurde, aber die Beschwerden durch die entsprechende Ernährung nicht komplett verschwunden sind. Auch bei einem Reizdarm eignet sich die FODMAP-Diät bestens, dafür wurde sie ja auch entwickelt.

Helen Scheu

Weglasserei

Seit über vier Jahren beschäftigt sich Helen mit gesunder Ernährung und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Bis bei ihr Fructoseintoleranz festgestellt wurde, vergingen viele Ernährungsexperimente. Durch die fructosearme Ernährung verschwanden die Beschwerden aber nicht komplett. Nach weiteren Jahren Ausprobieren und Experimentieren hat sie ihre Unverträglichkeiten heute im Griff. Sie weiß, wie frustrierend und langwierig der Weg zu Beschwerdefreiheit und Wohlbefinden sein kann. Deshalb gibt sie ihr Wissen und ihre Erfahrung auf ihrem Blog Weglasserei und als Ernährungsberaterin an andere Betroffene weiter, um ihren Leidensweg zu verkürzen.

 

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Nora Hodeige

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Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
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