Dieser Beitrag über Schlafstörungen ist ursprünglich Teil meines Adventskalenders “24 Histamin Facts bis Weihnachten” von 2015. Gleichzeitig bilden diese 24 Histaminfacts die Grundlage für mein Buch “Histamin-Intoleranz: Dein Wegweiser im Umgang mit der Unverträglichkeit” (hier als PDF eBook erhältlich).

Schlafstörungen treten in unterschiedlichen Formen auf: Einschlaf-Störungen oder Durschlaf-Probleme oder aber das zu frühe Aufwachen. Manchmal sind dafür Gedanken Karusselle verantwortlich. Gedanken, die sich immer und immer wieder durch unseren Kopf wälzen, Probleme, die wir nicht lösen können und doch nachts diese oder jene Möglichkeit durchkauen. Meistens wollen wir das gar nicht und doch kommt es eben einfach so. Wenn wir schon mal wach sind, denkt sich unser Verstand und zack finden wir uns wieder in einer unendlichen Gedanken-Qual-Welt. Da gibt es sicherlich die eine oder andere Möglichkeit, um diesem Gedanken Karussell Einhalt zu gewähren und wir können auch mit Helfern aus der Natur dagegen wirken. Und dann gibt es da auch noch die Möglichkeit, über die Ernährung ganz viel an der Stellschraube Hormone zu drehen, damit auch du bald sagen kannst: Schlafstörungen adieu!

Warum dein Histaminspiegel für deine Schlafstörungen verantwortlich sein kann

Schlaf ist ein wichtiger Zustand für das Gehirn, es regeneriert sich, wenn wir schlafen. Eindrücke, Erlebnisse und Erlerntes werden verarbeitet und neue Synapsenverbindung im Hirn können entstehen. Tatsächlich ist es aber so, dass das Gehirn nicht schläft, wenn wir schlafen. Im Gegenteil, es ist hochaktiv. Ungestört von unserem Bewusstsein kann es aber endlich mal so richtig aufräumen und neue Verbindungen etablieren, ungenutzte Verbindungen kappen und Erlebnisse verarbeiten, abspeichern und filtern. Das Gehirn ist also richtig aktiv, wenn wir einmal nicht aktiv sind – und das ist auch gut so und vor allem sehr gesund. 


Der körperliche Zustand von Schlafen und Wachen

Forscher haben den chemischen Zusammenhang von Schlafen und Wachheit untersucht und herauskam: Unser Wach-Zustand ist maßgeblich vom körpereigenen Histamin abhängig – was im Umkehrschluss dazu führt, dass Antihistaminka müde machen. Die Botenstoffe GABA und Histamin regulieren den Schlaf-Wach-Zustand des Körpers vom Gehirn aus.

Das Gewebshormon Histamin hält den Körper und das Hirn wach. Der Botenstoff GABA hingegen soll, so die Erkenntnis der neuesten Forschung, das Histamin „bekämpfen“, damit der Körper trotz des Histamins irgendwann auch mal schlafen kann. GABA hilft uns also dabei, zu schlafen. Sowohl Histamin als auch GABA werden in den gleichen Hirnzellen gebildet, den Histamin-Neuronen, – der körpereigene Versuch, die „Vorherrschaft“ von Histamin einzudämmen, um Schlaf, Ruhe und Entspannung herbei führen zu können. Wenn wir also schlafen wollen, dann wird vermehrt GABA produziert und das Histamin eingedämmt, so dass der Körper die Möglichkeit hat, zur Ruhe zu kommen und in den Zustand des Schlafens zu gleiten. 

Selbstverständlich benötigen wir zum Einschlafen auch noch Melatonin, ein weiteres Hormon, welches einen sehr entscheidenden Beitrag zur Schlafbereitschaft des Körpers trägt. Melatonin wird vor allem in der Dunkelheit gebildet, deswegen ist es hilfreich, mindestens 30 Minuten vor dem Zu Bett Gehen das Licht zu dämmen und nicht mehr auf einen Bildschirm zu schauen. 

Das Histamin ist schuld, dass du nicht schlafen kannst?

Das kann zumindest sehr gut sein. Wenn du unter einer Histaminintoleranz leidest, dann ist der Körper mit Histamin überschwemmt. Er speichert dieses Histamin in den Mastzellen, damit er es jederzeit – im Falle einer notwendigen Immunabwehr – zur Verfügung hat. Dies bedeutet aber leider auch: Wer zu viel Histamin im Körper hat, ist ruhelos, rastlos und kann schlecht abschalten und schlecht einschlafen. Denn Histamin behindert nicht nur das Einschlafen im Gehirn, sondern triggert zusätzlich noch Adrenalin. Die vermehrte Adrenalin Ausschüttung führt zu einem erhöhten Puls und zu einem Körper in Alarmbereitschaft – dass dann niemand mehr ans Einschlafen denken kann, ist eigentlich logisch.

Wie die Ernährung dir mit deinen Schlafstörungen helfen kann

Wichtig ist es jetzt, histaminarm zu essen. Selbst, wenn du keine Histamin Intoleranz hast, kann es hilfreich sein, zum Abendessen auf eine histaminarme Ernährung zu achten, um das Hormon Histamin im Körper herunter zu fahren bzw. nicht noch zusätzlich zu pushen. Eine Übersicht über die wichtigsten histaminhaltigen Lebensmittel findest du übrigens hier: Überblick Histamingehalt in Lebensmitteln

Außerdem ist es ratsam, abends kohlenhydratarm und stärkearm zu essen – und gleichzeitig solltest du keine rohen Zutaten mehr zu dir nehmen. Der Verdauungsapparat, vor allem der Darm, arbeiten auf Hochtouren so lange du wach bist und vor allem, wenn du dich ausreichend bewegst – die Darmbakterien lieben Bewegung. Wenn du schläfst, wird die Verdauung herunter gefahren und läuft nur noch auf Sparflamme. Alles, was bisher noch nicht verdaut wurde, sammelt sich somit in deinem Darm an und kann dort dann in einen Fäulnis-Zustand geraten. Die Nahrung fault über Nacht in deinem Darm, es bilden sich falsche Bakterien, ungute Gase und Entzündungsherde. Dieses kann langfristig zu großen gesundheitlichen Problemen führen und behindert außerdem deinen Schlaf. Empfehlenswert ist es daher, abends viel gutes Eiweiß und gutes Gemüse in gekochter Form, gerne in Suppenform, zu dir zu nehmen.

Histamin reguliert als Botenstoff noch andere Körperzustände

Die Kontrolle des Wachzustands ist nur eine Aufgabe, welcher Histamin als Botenstoff in unserem Körper nachkommt.

Andere (positive) Aufgaben von Histamin im Körper sind:

Hilfe bei und Regulierung der Verdauung, unterstützt die Magensäureproduktion, hat wichtige Aufgabe als Neurotransmitter im Zentralnervensystem, als Gewebshormon hat Histamin direkten Einfluss auf das Hormonsystem und kommt zum Einsatz als „Feuerlöscher“ bei allergischen Reaktionen. Wenn wir uns diese Liste der Aufgaben und Einflüsse von Histamin im Körper ansehen, dann wird schnell bewusst, warum die Probleme bei HIT so vielfältig sind und die Symptome so variabel.

Spannende Forschung in Bezug auf Histamin und die Regulierung des Wachheitszustandes kannst du bei ScienceDaily lesen. Und hier findest du noch weitere spannende Histaminfacts auf dem Blog, zum Beispiel ein Überblick über natürliche Anti Histaminika und wie du mit Meditation deinen Histaminspiegel herunterfahren kannst. 

 

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  1. Wenn Ernährung zur Qual wird*: Was ist Histamin eigentlich und wofür braucht es der Körper?
  2. Wenn Histamin dir den Kopf verdreht*: Mentale Auswirkungen von Histamin und was du dagegen tun kannst

Nora Hodeige

Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
Nora Hodeige

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