Schätzungen zufolge, die unabhängig voneinander aufgestellt wurden, lieg die Zahl der histaminintoleranten Frauen bei knapp 80%, wohingegen nur ungefähr 20% der unter Histaminintoleranz Leidenden Männer sind.

Histamin und Hormonsystem – Wer beeinflusst wen?

Histamin ist eng mit dem Homonsystem verbunden – dies zeigt sich zum Beispiel bei den Auswirkungen von HIT auf die Pille (habe ich hier schon einmal untersucht) und dem Zusammenhang zwischen einer reduzierten Histaminintoleranz während der Schwangerschaft (geht vor allem auf eine erhöhte DAO Produktion in der Plazenta zurück) sowie einem Zusammenhang zwischen Schilddrüsenerkrankungen (z.B. Hashimoto) und HIT (was ich hier kurz einmal beleuchtet habe).

Histamin wird bei Frauen hauptsächlich in den weiblichen Geschlechtsorganen gebildet, so zum Beispiel im Uterus und in den Eierstöcken – dort sitzen die Mastzellen, welche Histamin speichern. PMS, starke Bauchkrämpfe sowie Kopfschmerzen vor oder während der Menstruation sind bei den meisten Frauen mit HIT sehr verbreitet. Das Histamin in der Gebärmutter sorgt für eine Kontraktion derselben (was ein wichtiger Prozess während der Mensis ist), lässt das Östradiol ansteigen, aber das Progesteron nur gering. Progesteron wiederum dämmt das Histamin ein, damit es nicht überhand nehmen kann. Die meisten Frauen mit HIT haben einen Mangel an Progesteron bzw. dieses Hormon wird währen der Menstruation nicht ausreichend produziert. 

Die starken Kontraktionsschmerzen sind demzufolge zurück zu führen auf eine erhöhte Produktivität von Prostaglandin zurückzuführen, welches durch Östradiol angeheizt und durch Progesteron eingedämmt wird. Ein Mehr an Progesteron führt demnach zu einem weniger an Schmerzen – ein mehr an Histamin aber zu einem Weniger an Progesteron. Der Mangel an Progesteron führt aber nicht nur zu diesen starken Schmerzen und anderen prämenstruellen Symptomen (Stimmungsschwankungen, Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen, Schwindel), sondern ist für den Fettstoffwechsel, dem Wachstum von Haaren und Nägeln verantwortlich und gilt generell als das „Jugendlichkeits-Hormon“.


Übrigens: Progesteron ist jenes Hormon, welches in der Schwangerschaft vermehr produziert wird. Durch die Einnahme eines bioidentischen (!) Hormons bzw. einer Hormoncreme kann dem Körper eine (nicht reale) Schwangerschaft vorgetäuscht werden und er reagiert, wie bei einer Schwangerschaft auch: Alles wird darauf ausgerichtet, dass es der werdenden Mutter gut geht. Bei von HIT betroffenen Frauen kann die Einnahme von (bioidentischem!) Progesteron zu einer Minderung der menstruellen Beschwerden führen.

Die Einnahme von Hormonen sollte niemals ohne einen ärztlichen Rat erfolgen!

Menopause

Doch nicht nur (junge) Frauen leiden unter den Nachteilen einer Histaminintoleranz, wenn es um ihr Hormonsystem geht – gerade Frauen in den Wechseljahren haben oftmals zu viel Histamin im Körper, welches dann eben diese ganz typischen Menopausen Symptomatiken machen kann: Schweißausbrüche, Kopfschmerzen, rote Flecken (besonders nach dem Genuss von Alkohol) und Hautausschläge (viele vertragen zum Beispiel keine Wolle mehr auf der Haut) oder bekommen Heuschnupfen. Diesen Symptomen kann auch in den Wechseljahren mit einer histaminreduzierten Diät wunderbar entgegengewirkt werden. Oftmals sind es nur ein paar Monate, in denen diese Diät eingehalten werden muss, wenn die Hormonumstellung vorüber ist, dann ist auch die Sensibilität gegenüber Histamin durchgestanden.

Quellen

Maintz, Bieber & Novak (2006), Histamine Intolerance in Clinical Practice
Dr. Huber (2015), Progesteron, Hormon der Weisheit

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24 Histamin Facts bis Weihnachten – der Adventskalender auf Leben mit Ohne.

Nora Hodeige

Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
Nora Hodeige

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