Mangelzustände begünstigen Histaminintoleranz

Oftmals führt die Überproduktion von Histamin im Körper – und eine eventuell damit einhergehende Fehlbesiedlung des Darms – mit einem Mangelzustand von lebenswichtigen Vitaminen, Mineralien und anderen Nährstoffen. Bei den meisten HIT Betroffenen zeigt sich dies deutlich in den Laborwerten. Einige wichtige Mineralien, Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind beim Histaminstoffwechsel (z.B. Vitamin C) von enormer Bedeutung, so, dass ihr Fehlen gravierende Auswirkungen haben kann. Somit kann es sehr wichtig sein, bei einer Histaminintoleranz regelmäßig das Blut auf Mangel untersuchen zu lassen und wichtige Nährstoffe aufzufüllen. Bitte NEMs ohne Absprache mit einem Arzt nicht länger als 6 Wochen einnehmen – am besten überhaupt nicht ohne Rücksprache. Einige Vitamine und andere Stoffe wirken als natürliche Antihistaminika

 

Probiotika

Mehrere Studien haben gezeigt, dass probiotische Bakterien, allen voran jene der Gattung Lactobacillus und Bifidobacteria Eigenschaften aufweisen, die bei einer Histaminintoleranz hilfreich sein können. So können sie die Durchlässigkeit des Darms beheben und unterstützen lokale anti-allergene Bekämpfungen (lgA Allergene). Zum Anderen beeinflussen diese probiotischen Bakterien maßgeblich den Signalweg des Histamins (die Aufgabe des Botenstoffs wird unterbunden) und unterdrücken so eine (ungewollte) Reaktion des Immunsystems. Besonders bei Reaktionen der Atemwege, chronische Sinusitis, Asthma, chronischer Husten können diese Bakterien positiv einwirken – doch eben auch auf den Verdauungstrakt, den Darm und seine Arbeit haben sie einen großen positiven Einfluss.

Vorsicht bei Probiotika?!

Immer wieder wird davon berichtet, dass es enorm wichtig ist, die richtigen Probiotika zu nehmen, das es einige Bakterien gibt, die im Gegenzug, die Entstehung von Histamin und Thyramin unterstützen.


Tatsächlich soll es, einigen Studien zufolge, zwei heikle probiotische Bakterien geben, die im Körper allergische Reaktionen und die lokale Ausschüttung von Histamin begünstigen: Lactobacillus casei (TISTR 389) und Lactobacillus delbrueckii (TISTR 895).
Unproblematisch hingegen sind: Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus lactis, Lactococcus lactis und Lactobacillus plantarum. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe der Packung gibt schnell Aufschluss. 

Nahrungsergänzungsmittel

Einige Stoffe, die als natürliche Antihistaminika wirken, habe ich dir bereits in Fact #20 aufgeschrieben. 

Des Weiteren sind folgende Vitamine und Mineralien für den Körper zur Unterstützung des Histaminstoffwechsels noch von großer Wichtigkeit:

Vorsicht!

Jeder Mangel kann im Umkehrschluss zu einem Übermaß und einer Überforderung des Körpers führen. Vitamine und Minerlien sollten nur substituiert werden, wenn Mangel besteht. Allerdings sind in vielen Laboren die Normwerte zu gering (warum auch immer), daher ist ein (ganzheitlich) denkender Arzt oder Heilpraktiker von großer Bedeutung und kann bei der Einnahme unterstützend wirken. Falls doch selbst eingenommen wird (kommt ja doch häufig genug vor): Nicht länger als 6 Wochen und immer auf die Qualität (keine Zusatzstoffe und bioverfügbar, nur natürlichen Ursprungs) achten.   

Auch das hochgepriesene Vitamin B hat seine Schattenseiten: Vorsicht bei Vitamin B6, niemals hochdosiert und über einen längeren Zeitraum einnehmen! Dieses kann die Nerven schädigen. Lieber zu einem Kombi Vitamin B greifen und niemals ohne Absprache des Arztes und nur bei Mangel einnehmen, – ansonsten kann davon ausgegangen werden, erst einmal genug B6 im Körper, um Histamin abzubauen. 

Übrigens

Selbst, wenn die meisten Vitamine und anderen Stoffe im Körper zu keinen Reaktionen führen, so kann ein Zuviel davon dennoch zu Problemen führen. Viele denken sich nämlich: Nehme ich ein bisschen mehr, das kann der Körper ja dann einfach wieder ausscheiden. Wie schwer dieses “einfach wieder ausscheiden” für manche Körper aber ist, das ist manchmal gar nicht bewusst. Nicht umsonst entgiften und entgiften wir (dauernd). 

Quellen:

Majamaa, Isolauri (1997), Probiotics: A novel approach in the management of food allergy
Dev, Muziguchi et al. (2008), Suppression of Histamine Signaling by Probiotic Lac-B: a Possible Mechanism of Its Anti-allergic Effect
Priyadarshani & Rakshit (2011), Screening selected strains of probiotic lactic acid bacteria for their ability to produce biogenic amines (histamine and tyramine)

Hitting on HIT, Histamino Press

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Nora Hodeige

Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
Nora Hodeige