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So “überlebst” du die Adventszeit mit einer Histaminintoleranz

Ich bin großer Weihnachtsfan. Eigentlich liebe ich alle Jahreszeiten, die besonders sind. Ich liebe das Licht im Oktober, liebe die ersten warmen Sonnenstrahlen im April und den strahlend blauen Himmel im Juli. Doch die Adventszeit und Weihnachten sind schon noch einmal etwas ganz besonderes. Ausgerechnet in dieser stimmungsvollen Zeit ging es mir mit meiner Histaminintoleranz am schlechtesten. Die Kälte war auf Grund meiner Textilienallergie (in der ich nichts anderes als Baumwolle tragen konnte) unerträglich, mein Kreislauf regelmäßig am Boden und Weihnachtsmärkte machten auch keinen Spaß mehr. Weil, mal ganz ehrlich, das Lustigste am Weihnachtsmarkt ist ja das Essen, oder?
Doch das ging ja jetzt alles nicht mehr: Raclette, Flammkuchen, gebrannte Mandeln, Glühwein oder Plätzchen. Alles Tabu! Ich habe diese Histaminintoleranz selten so sehr verflucht wie in diesen Wochen der Adventszeit – jedes Jahr wieder. Doch wenigstens das mit den Plätzchen bekam ich irgendwann in den Griff, in dem ich einfach meine eigenen Plätzchen Rezepte entwickelte, Klassiker abwandelte und vieles ausprobierte.
Meine besten Tipps für histaminarmes Backen habe ich dir in diesem Artikel mitgebracht. Zuerst aber wollen wir einmal darüber sprechen, wie du die Adventszeit mit den tausenden Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmarktbesuchen und der vorweihnachtlichen Hektik überlebst.
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“Überlebenstipps” für die Adventszeit mit einer HIT

  • Habe immer selbstgebackene Plätzchen in einer kleinen Dose bei dir – du weißt nie, wann du sofortige Nervennahrung benötigst!
  • Schaffe dir Oasen zum Durchatmen, zum Beispiel auf der Toilette in der Arbeit oder 5 Minuten bevor du aufstehst
  • Sprich mit dem Verantwortlichen / der Verantwortlichen der Firmen (oder Sportvereins … etc.) Weihnachtsfeier und lass dir eine genaue Liste der dort angebotenen Speisen geben. Hab keine Angst, dass du damit jemandem auf die Nerven gehst. Meistens ist es kein Problem, sich im Vorhinein zu erkundigen und gegebenenfalls kannst du ein paar Veränderungen vornehmen und doch noch alles vertragen. Wenn es eine Feier ist, bei der jeder etwas mitbringt, bring dein Lieblingsessen mit.
  • Sieh deine Histaminintoleranz als etwas, das dich besonders macht und rede dir nicht selbst ein, dass du ein “armes Kind” bist. Und, wenn es sich einfach blöd anfühlt, dann darf das auch sein. Manchmal ist es eben einfach alles blöd. Gib dich hin und höre auf zu kämpfen.
  • Lache so oft und so viel, wie du kannst
  • Denke daran, hochprozentiger Alkohol ist histaminarm und wird in sehr geringen Mengen recht gut vertragen. Allerdings ist Alkohol selbst ein Histaminliberator – übertreibe es also nicht!
  • Vergiss die Plätzchen nicht! Du solltest jeden Tag welche dabei haben.
  • Wenn du traurig oder wütend bist, dann sei traurig und wütend. Gebe den Emotionen Raum – und dann lasse sie los.
  • Nimm dir morgens 5 Minuten Zeit, um ganz bewusst zu atmen – stelle dir deinen Tag vor und mache dir bewusst, wie du dich heute fühlen möchtest. Gehört gestresst sein wirklich dazu?
  • Wenn ihr alle zusammen essen geht, dann sprich vorher mit dem Restaurant. Bitte darum, dass du eine Liste “durchgeben” darfst und das bei deinem Gericht darauf geachtet wird, diese Dinge wegzulassen.
  • Nutze im Gespräch mit Organisatoren & Restaurantpersonal immer das Wort “Allergie” und betone, dass es wirklich wichtig ist, weil du starke Reaktionen auf die Lebensmittel hast, auf die du allergisch reagierst. Lasse nicht zu, dass dich andere belächeln (können) oder deine Intoleranz “klein reden” wollen. Steh zu dir und deiner Sonderrolle.
  • Stelle eine Liste mit deinen absoluten “No Go’s” zusammen – was geht wirklich gar nicht und macht sehr starke Beschwerden? Hab diese Liste immer dabei, damit du sie den Verantwortlichen überreichen kannst.
  • Denke daran: Wenn du dich und deinen Körper nicht ernst nimmst, wieso sollte es dann irgendjemand anderes machen?

Weihnachtliche Gewürze bei HIT

  • Vanille: Vanille stellt keine Probleme bei HIT dar. Wichtig ist, dass echte Bourbon Vanille verwendet wird und kein Vanille Extrakt oder Vanillin.
  • Zimt: Bei sehr empfindlichen Menschen kann Zimt Beschwerden auslösen. Das liegt daran, dass es ein wärmendes und “scharfes” Gewürz ist, das den Darm angreifen kann. Es kann sein, dass die Mastzellen getriggert werden, da der Körper in Stress gerät. Das ist sehr selten, kann aber immer wieder passieren. Generell gilt: Weniger ist mehr.
  • Nelken: Nelken können bei empfindlichen Personen Beschwerden auslösen. Generell sollte eher auf Nelken verzichtet werden beim histaminarmen Backen.
  • Kardamom: Kardamom ist ein unterschätztes Gewürz, wie ich finde. Super fein und sehr exotisch verleiht es Plätzchen den Hauch Orient, den sie manchmal brauchen. Kardamom wird in der Regel sehr gut vertragen. Denke immer daran: Du isst selten alle Plätzchen auf einmal.
  • Ingwer: Ingwer ist sehr gesund und unterstützt auf natürliche Weise den Kreislauf. Es unterstützt bei niedrigem Blutdruck und reguliert den Blutzuckerspiegel. Leider kann Ingwer auf Grund der Schärfe aber auch zu Beschwerden bei besonders empfindlichen Menschen führen. Ingwerpulver wird dabei besser vertragen als frischer Ingwer.
  • Lebkuchengewürz: Generell rate ich davon ab, Gewürzmischungen zu verwenden, denn diese können immer etwas enthalten, was du nicht verträgst oder was eben in dieser Zusammenstellung für dich zu viel ist. Wenn du die Mischungen selbst machst, dann hast du einen besseren Überblick und kannst dich besser darauf einstellen.

Mehr zu Gewürzen bei einer Histaminintoleranz, welche du problemlos essen kannst und welche nicht, erfährst du hier.

Histaminarm Backen – Meine besten Tipps

Zuerst einmal ist es wichtig, dass du immer gute und reine Zutaten verwendest. Kein Vanillin Zucker, keine künstlichen Zusatzstoffe, keine Aromen. Verwende natürliche Zutaten und Bio-Produkte, dann hast du eine gewisse Garantie, dass nichts drin ist, von dem du nicht willst, dass es enthalten ist.
  • Nutze Eiersatz, wenn du kein Ei verträgst (im Übrigen sind Eier nicht histaminhaltig. Hier kannst du nachlesen, warum … )
  • Einfach geht das mit dem sogenannten Chia-Ei . Dazu gibst du 1 EL Chiasamen mit 2 EL Wasser und mischt sie gemeinsam. Lasse die Mischung für ca. 10 Minuten stehen. Dann kannst du sie ähnlich wie echte Eier verwenden. Dazu gibst du sie am Besten in die flüssigen Zutaten des Teiges.
  • Weinsteinbackpulver, das ist frei von Zusätzen. Zum Verzieren solltest du ebenfalls ausschließlich natürliche Färbemittel verwenden, die du im Bioladen kaufen kannst.
  • Backe mit Dinkelmehl, das wird meist besser vertragen als Weizenmehl – oder entscheide dich generell dafür glutenfrei zu backen. Beim glutenfreien Backen gibt es einiges zu beachten, so ist die Mehlmischung (das Verhältnis von Stärke zu stärkelosem Mehl) enorm wichtig. Zusätzlich braucht das glutenfreie Backen noch einen Kleberersatz (Gluten = Klebeeiweiß) wie beispielsweise die Pflanzenfaser Xanthan.
  • Nüsse solltest du unbedingt ganz kaufen und nicht bereits gemahlen, da sie gemahlen leichter verderblich sind. Ganze Nüsse kannst du gut in einer Küchenmaschine selbst mahlen.
  • Mandeln werden generell recht gut vertragen bei HIT. Mandeln sind KEINE Nüsse, sondern gelten botanisch gesehen als Kerne eines Obstbaumes. Dennoch können sie bei Nussallergie ähnliche Auswirkungen zeigen und werden auch bei HIT manchmal nicht gut vertragen. Doch es lohnt sich Mandeln einmal VORSICHTIG auszuprobieren, wenn noch nicht geschehen.

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