Histaminliberatoren und ihre Auswirkungen auf die Mastzellen

Histaminliberatoren sind Stoffe, die in Nahrungsmitteln (Kaffee, Alkohol, Zitrusfrüchte), chemischen Zusatzstoffen (Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Geschmacksverstärker) oder in Medikamenten (u.a.viele der Schmerzmittel) aufgenommen werden können. Diese Liberatoren haben die Eigenschaften, die Mastzellen so zu stimulieren, dass sie – ohne eine erkennbare Immunreaktion – Histamin freisetzen. Die Freisetzung erfolgt nicht schlagartig, sondern schleichend und kann sich hinziehen, bis der Stoff gänzlich vom Körper verstoffwechselt wurde. Symptome können direkt oder viele Stunden nach der Einnahme auftreten. Interessanterweise gibt es auch nicht stoffliche Liberatoren, wie Stress, Angst, körperliche Anstrengung, Hitze, etc.

Was sind diese Mastzellen eigentlich?

Mastzellen gehören zu der Gruppe der weißen Blutkörperchen und sind somit Teil des Immunsystems. Den Namen bekamen sie von ihrem Entdecker Paul Ehrlich verliehen, der sie fälschlicherweise für Fresszellen hielt, da sich in ihrem Inneren viele kleine “Körnern” befinden. Diese kleinen Körner sind sogenannte Vesikel, die mit über 200 Botenstoffen (und biochemischen Signalstoffen) angefüllt sind. Mastzellen sind vor allem im Gewebe nahe des Lymphsystems sowie in der Nähe von Nervenbahnen zu finden. Die Aufgaben der Mastzellen sind sehr umfangreich, beispielsweise sind sie für die Wundheilung verantwortlich, da sie den Botenstoff Heparin ausschütten können, welcher für die Blutgerinnung sowie Krustenbildung und letztendlich für die Wundheilung verantwortlich ist. Ein weiterer wichtiger Stoff, der in den Mastzellen gespeichert ist, ist das Histamin. Histamin wird bei einer Immunreaktion (so zum Beispiel auch bei einer Wunde) ausgeschüttet, es erweitert die Blutgefäße und erhöhrt deren Durchlässigkeit. Dadurch sorgt Histamin dafür, dass andere weiße Blutkörperchen, die für die Immunabwehr unerlässlich sind, besonders schnell zum Ort des Geschehens gelangen können.   

Was passiert bei MCAD in den Mastzellen?

Die Mastzellen und das darin enthaltene Histamin sind demnach ungemein wichtig für die Immunabwehr. Doch was, wenn Histamin unspezifisch und ohne Immunreaktion ausgeschüttet wird?


Durch eine genetische Mutation der Mastzellen (einzelner oder auch erst einmal nur einer einzigen) können die Mastzellen umprogrammiert werden – es entsteht so eine erhöhte Sensibilität und Aktivität. Die Mastzellen schütten dann – ohne Immunreaktionen und unkontrolliert – Histamin aus. 

Haben wir das jetzt alle?

MCAD ist demnach sehr eng mit der Histaminintoleranz verbunden und weist ähnliche oder auch gleiche Symptome auf – eine Beteiligung von Hautreaktionen ist sehr häufig gegeben, muss aber nicht. Histaminintoleranz bezeichnet den Zustand, das im Körper ein Ungleichgewicht zwischen Histamin und den abbauenden Enzymen vorhanden ist. Oftmals wird auch dabei auf sogenannte Histaminliberatoren reagiert. Je mehr Histamin sich unkontrolliert im Körper und in den Mastzellen befindet, umso sensibler reagieren die Betroffenen. Ob nun (zusätzlich) eine Mastzellenaktivierungserkrankung vorliegt, kann durch eine spezifische Testung von Mastzellen-Mediatoren (die erhöht vorliegen) festgestellt werden. Eine histaminfreie Diät tut ebenfalls gut und eine Therapie mit Mastzellen-Medikamenten kann angeregt werden (nur unter ärztlicher Aufsicht durchzuführen!!!).

Wo gibt es dazu Informationen?

Sehr hilfreich im Bereich der Mastzellen Erkrankung ist die Seite von Yasmina aka “The low Histamine Chef”, die unter MCAD leidet und sich darauf spezialisiert hat, dieser Erkrankung mit – vor allem – Essen und anderen Hilfsmittlen entgegen zu wirken. Diese Seite kann auch für alle mit einer Histaminintoleranz sehr interessant sein. Auch die Vereinigung SIGHI hat zu dieser Erkrankung eine sehr umfangreiche und informative Informationsseite herausgegeben.

Aber vorsicht!

Wir HIT’ler neigen ja auch zu einem gewissen Hypochondismus… Also, am besten doch mal mit einem Arzt sprechen und nicht einfach beschließen, dass eine MCAD vorliegt. 

Quellen

Dr. Huber, Was ist eine Mastozytose?
Maintz, Bieber & Novak, Die verschiedenen Gesichter der Histaminintoleranz
Foodsmatter, Histamine and Mast Cell Activation Disorder

Weiterlesen?

Den Zusammenhang zwischen Histaminintoleranz und Mastzellenaktivierungskrankheiten haben wir in Fact #18 schon einmal beleuchtet. Hast du es verpasst? Hier kannst du es gemütlich nachlesen!

 

Nora Hodeige

Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
Nora Hodeige

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