Diese Frage lese ich wirklich sehr, sehr häufig in Foren und auch per E-Mail habe ich sie bereits einige Male erhalten: Was kann ich essen, wenn ich ins Restaurant gehe? Für viele Betroffene ist die histaminarme Ernährungsumstellung erst einmal eine große Herausforderung und die Frage, was kann ich dann im Restaurant noch essen, ist groß.

Ich kann mir vorstellen, dass ihr sicherlich auch ein paar gute Tipps auf Lager habt – daher möchte ich euch bitten, mir diese in den Kommentaren mitzuteilen, damit ich diese Liste dann noch ergänzen kann. Erst mal kann ich euch nämlich vor allem erzählen, was ich in meiner HIT-Zeit so im Restaurant gegessen habe. Denn heute esse ich wieder überall, ohne Einschränkung oder Aufpassen. Wie es dazu gekommen ist, dazu mehr am Ende.

Und falls du mir und uns gerne zuhörst, während ich meine besten Histaminintoleranz-Restaurant-Tipps teile, höre dir gerne unsere Podcast-Folge dazu an.

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Das Wichtigste für Restaurantbesuche mit Histaminintoleranz

Das Wichtigste bei Histaminintoleranz im Restaurant ist, dass du selbst einen Überblick hast, welche Dinge du verträgst, vor allem, wenn noch weitere Unverträglichkeiten dazu kommen. Falls du noch unsicher bist, welche Lebensmittel Histamin enthalten und welche nicht, haben wir hier einen Überblick für dich.

Das Nächste ist, dass ich mir ein Restaurant aussuche, welches auf Qualität achtet und wo ich nicht zahlreiche Konservierungs- oder Farbstoffe im Essen habe. Hilfreich ist es, sich die wichtigsten Stichpunkte der Unverträglichkeiten (die absoluten NO GOs!) auf ein kleine Karte zu schreiben und diese dann beim Bestellen dem Kellner in die Hand zu drücken. Außerdem habe ich immer eine kleine Glasflasche mit Essig- und Ölgemisch sowie Salz & Gewürzen als Salatsoße dabei. So weiß ich immer, dass ich die Salatsoße gut vertrage und kann mir den Salat ohne Soße bestellen.

Wer stark auf Gewürze reagiert, der bittet beim Bestellen darum, dass sie Fleisch etc. nur salzen sollen oder auch gar nicht und dir lieber Salz und Pfeffer mitbringen sollen. Das ist in der Regel kein Problem und für dich selbst unkomplizierter.

1. Essen beim Italiener mit Histaminintoleranz

Jeder geht gerne zum Italiener und  wir alle lieben Pizza, Pasta, Tiramisu –  aber das ist leider alles Tabu, wenn man eine Histaminintoleranz hat. Was geht also? Ich persönlich esse immer gerne Carpaccio (rohes Rindfleisch) und bestelle den Parmesan ab und das Dressing, dann mache ich mir selbst Olivenöl darüber und freue mich. Carpaccio ist leider nicht für jeden mit Histaminintoleranz geeignet.

Und dies geht auch wirklich nur bei einem guten Italiener, denn die Qualität und Frische muss stimmen. Manche Italiener haben auch Pizza Biancha (das heißt nur mit Mozzarella und dann belegt). Wenn man Hefe einigermaßen verträgt, ist das eine Überlegung wert – es schmeckt großartig!

histaminintoleranz italienisch essen gehen

2. Essengehen beim Mexikaner mit Histaminintoleranz

Mexikaner ist ein schwieriges Kapitel, da es meist scharfes Essen gibt. Dass man das nicht gut verträgt, sollte man dem Kellner am besten direkt klar machen. In der Küche geben sie darauf dann meistens Acht. Beim Mexikaner muss man ein wenig kreativ sein.

Essensvorschläge: Burrito oder Maistaccos mit verträglicher Füllung “zusammenstellen” bzw. abbestellen, was nicht geht. Nachos gehen ebenfalls, allerdings ohne Käse. Und mit Guacamole sollte man vorsichtig sein, weil man nie so genau weiß, wie lange die schon fertig herumsteht.

Folienkartoffel mit Sour Cream geht im Prinzip auch immer – in der Sour Cream kann Zitrone drin sein, nach individueller Verträglichkeit austesten.

3. Genießen beim Griechen mit Histaminintoleranz

Griechisches Essen ist nicht so stark gewürzt, leider aber leicht tomatenlastig. Alles in allem aber eine recht gute Grundlage, um dort histaminarm essen zu können.

Relativ unkompliziert ist: Gegrilltes oder gebratenes Lamm, Pommes, Tzatziki (geht meistens) sowie Salat ohne Dressing (mit eigenem Dressing nach Belieben würzen). Gegrilltes Gemüse (Paprika, Zucchini, Pilze) geht meistens ebenfalls.

histaminintoleranz asiatisch

4. Asiatisch Essen gehen mit Histaminintoleranz

Ganz klar, Asiate ist ziemlich doof, wenn man eine Histaminintoleranz hat. Nehmen wir zum Beispiel japanisch: Sojasoße, Algen, Wasabi, alles doof. Roher Fisch mit Fragezeichen. Bleibt Reis. Da kann man dann auch zu Hause bleiben.

Beim Asiaten muss man noch strenger darauf achten, dass auch wirklich nichts drin ist. Die sind da nämlich noch ein bisschen anders als wir und “werfen” viel Künstliches in ihr Essen hinein. Wenn asiatisch, dann wirklich nur richtig gut und lieber etwas teurer.

Asiate – Was geht trotz Histaminintoleranz?

Ich selbst habe gute Erfahrung mit Vietnamesen gemacht. Die meisten (zumindest hier bei uns) achten darauf, dass kein Glutamat oder Ähnliches enthalten ist und stellen ihr Essen immer frisch und direkt her. Es wird nicht mit Sojasoße gekocht und auch die Schärfe hält sich in Grenzen (vor allem, wenn man darum bittet). Manchmal ist Kokosmilch dabei, das wird unterschiedlich gut vertragen (Bio Qualität macht kaum Probleme). Einige haben keine Probleme mit Kokos, andere umso mehr, – obwohl es keine Nuss ist und somit kein Histamin hat. Das Problem bei Kokosmilch ist auch hier wieder: Die darin enthaltenen Konservierungsstoffe und Emulgatoren, außer die Kokosmilch ist bio.

5. Deutsch, Regional oder Österreichisch bei Histaminintoleranz

So die richtige deutsche Küche gibt es ja meist nicht, es ist eher regional unterschiedlich. Dennoch kann man sich auch hier ganz gut an ein paar Regeln halten. Nämlich:

  • Die Soße abbestellen.
  • Salat ohne Dressing essen und lieber eigenes Dressing mitnehmen.
  • Kein Schwein.
  • Auf Qualität des Restaurants achten.
  • Beim vegetarischen Essen ist leider meistens Käse dabei.

Relativ unkompliziert ist Fleisch mit Gemüse, Pommes/ Kartoffeln und Salat ohne Dessing (das geht eigentlich dort immer). Salat mit Hühnerstreifen oder mit Fetakäse. Bratkartoffeln, Kartoffelbrei, Gemüsebeilage.

Essen gehen wo DU magst

Allein wenn ich bei Jacqueline zu Besuch bin, ist es so entspannt, keine „Regeln“ aufstellen zu müssen, was sie einkaufen und kochen soll.

entgiften gegen histaminintoleranz

Seit 2015 kann ich diese Freiheit wieder genießen – und zwar weil ich die emotionalen Muster hinter meiner HIT erkannt und gelöst habe. 7 Stück sind es, die sich bei mir und inzwischen über 1.100 HIT-Betroffenen gezeigt haben, mit denen wir gearbeitet haben.

Das Schlüssel-Muster der Intoleranz ist eines davon und besonders aktiv, wenn wir strenge Ernährungsregeln haben. Wie du dieses Muster für dich bearbeitest und löst, damit wieder Entspannung in deine Ernährung kommt und du erste Lebensmittel einführen kannst, zeigen wir dir Schritt für Schritt und für nur 37€ in Bye Bye Intoleranz.

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8 Kommentare

  1. Leonie Schubert

    Vielen Dank für den informativen Beitrag. Insbesondere Mittags gehe ich gerne mal essen, aber manchmal gestaltet sich das aufgrund meiner Unverträglichkeit nicht ganz einfach. Mittlerweile habe ich ein paar Stammrestaurants, jedoch wären neue Orte eine tolle Abwechslung. Die Gerichte selber zusammenzustellen, ist ein guter Anreiz.

    Antworten
    • Nora Hodeige

      Liebe Leonie, danke für deine Nachricht & deine Empfehlung.
      Da kommen hoffentlich noch ein paar Empfehlungen dazu.
      Alles Liebe, Nora

      Antworten
  2. Pawel Rydz

    Hallo, wir reisen nach Berlin und suchen nach HIT-Restaurants/Cafes. Koennten Sie helfen und ein paar Adressen zurueckschicken? Danke im voraus.
    Pawel Rydz

    Antworten
    • Nora Hodeige

      Hallo Pawel,
      leider wohne ich schon seit über 4 Jahren nicht mehr in Berlin und bin deswgen nicht up to date – vieles verändert sich ja auch sehr stark. Es gibt soweit ich das weiß, keine wirklichen HIT-Cafés oder Restaurants. Man muss leider überall selbst ein wenig Acht geben und planen, dass der Besuch gut abläuft. Was schön ist, in einer Stadt wie Berlin, gibt es einfach sehr viel Auswahl. Vietnamesisch geht in der Regel ganz gut oder auch isrealisch, mexikanisch oder eben klassisch deutsch.
      Ganz viel Spaß in Berlin, Nora

      Antworten
  3. Rey

    Danke dass du deine Erfahrungen teilst. Was aber echt schade ist, dass du die „Asiatische“ Küche total generalisierst und eigentlich nur Gerichte aus China und Japan meinst. Das sind eigene, individuelle Küchen. Da wird viel mit Soja, fermentiertem und Zusatzstoffen gekocht. Asien ist aber auch Indien, Israel, Saudi Arabien. Hier findet man viele Histaminarme Gerichte. Sobald es dann um Deutschland geht sprichst du von regionalen Unterschieden. Diese gibts es in China, Japan und anderen Asiatischen Ländern auch haufenweise.

    Antworten
    • Jacqueline Hallmann

      Hi Rey,
      danke für dein Feedback! Indische und israelische Küche können wir tatsächlich mit aufnehmen, danke dir :). Wegen der regionalen Unterschiede hast du natürlich recht. Allerdings geht es ja darum, was wir hier in Restaurants bekommen und da hört es, zumindest großflächig, ja sehr schnell auf mit irgendwelchen regionalen Unterschieden der asiatischen Küche.
      Alles Liebe dir,
      Jacqueline

      Antworten
  4. Carina Profunser

    Hallo ich bin Carina und leide auch an Histaminintoleranz. Heute musste ich das erste mal ein gemeinsames Dinner mit Arbeitskollegen absagen, weil das ausgewählte Restaurant nichts für mich anzubieten hatte (Reis alleine kann ich zu Hause auch essen und nur einen Tee trinken während andere genießen ist eine Qual für mich). Danke für die Tipps hier auf deiner Website, ich kann sie meinen Freunden und der Familie zeigen, denn die haben leider keine Ahnung was es für mich bedeutet.
    Ein kleiner Tipp für Restaurantbesuche auch noch von mir: Suppen, Cremesuppen und Einlagesuppen sind für mich ein no-go, denn in Restaurants wird immer die Suppenwürze mit Hefe verwendet und die vertrage ich überhaupt nicht. In traditionellen Restaurants in Österreich, Deutschland und der Schweiz ist diese Suppenwürze auch im Kartoffelsalat drinnen.

    Alles Gute und schöne Grüsse
    Carina

    Antworten
    • Jacqueline Hallmann

      Hi liebe Carina,
      super, dass dir unsere Tipps helfen, damit dein Umfeld besser mit deiner HIT umgehen kann. Und danke auch für deinen Tipp mit der Suppenwürze!
      Tatsächlich sind diese Alltagstipps für uns aber immer nur ein Startpunkt, weil unser ultimatives Ziel ja ist, dass die HIT wieder weggeht. Wir haben genau das inzwischen mit so vielen unserer Teilnehmer*innen erlebt, darum lass dir nicht einreden, dass du jetzt immer so leben musst! Wenn du dich mit uns auf diesen Weg machen möchtest, schau dir gerne mal den Happy HIT Code an: https://www.leben-mit-ohne.de/happy-hit-code/
      Alles Liebe dir auf deinem Weg,
      Jacqueline

      Antworten

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