So nutzt du Kräuter und Gewürze bei Histaminintoleranz richtig

Bestimmte Kräuter und Gewürze sind bei einer Histaminintoleranz nicht verträglich, weil sie entweder Histaminliberatoren darstellen oder dem Darm schaden. Menschen, die eine Unverträglichkeit gegenüber Histamin haben, müssen darauf achten, dass ihr Darm so wenig wie möglich belastet wird.
Von vielen scharfen Gewürzen wird uns warm. Das sind tendenziell diese, auf die bei einer Histainintoleranz in der Ernährung verzichtet werden sollte, da sie als Liberatoren fungieren (können).

Bei allen Gewürzen gilt: Die Qualität entscheidet enorm über die Verträglichkeit. Das bedeutet anfangs lieber kleinere Dosen verwenden und erst einmal herantasten und testen. Am besten werden Kräuter und Gewürze – generell aber auch Lebensmittel – in biologischer Qualität gekauft, das reine Gewürz ohne Zusatzstoffe und Toxine!

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Nicht verträgliche Kräuter und Gewürze bei einer Histaminintoleranz

Das hier ist meine persönliche Liste, die ich mit Hilfe von Histaminwerten, Forenbeiträgen und Umhorchen bei anderen zusammengestellt habe.

Wie immer kommt es auch hier auf die individuelle Verträglichkeit an, jedoch gerade zu Beginn der Auslassdiät ist es ratsam, auf folgende unverträgliche Gewürze zu verzichten:

  • Anis – tendenziell scharfes und wärmendes Gewürz, Liberator
  • Brühe – “normale”, gekörnte Brühe, meist mit Hefeextrakt, Konservierungsstoffen oder Geschmacksverstärker
  • Cayennepfeffer – scharf, wärmend und gilt als Liberator
  • Chili – Histaminliberator und macht die Darmwand durchlässig
  • Curry – Gewürzmischung – Vorsicht!
  • Essig – am besten stark verdünnt anwenden, Apfelessig hat häufig eine höhere Verträglichkeit
  • Eukalyptus – scharfes, reizendes und sehr wärmendes Kraut
  • Muskatnuss – sehr wärmend und leicht scharf (allerdings verwendet man Muskat ja niemals in Massen, daher kann hier ausprobiert werden)
  • Nelken – leicht scharf und wärmend, Liberator
  • Pfeffer (schwarz) – ähnlich wie Chili. Rosa und weißer Pfeffer sind verträglicher
  • Pfefferminze – das ätherische Mentholöl ist scharf und stark wärmend, wird oft nicht gut vertragen
  • Senf – kann als Liberator fungieren, Vorsicht geboten
  • Sojasauce, Austernsauce, Fischsoße – Soja, fermentierte Zutaten, Konservierungsmittel
  • Tabasco – scharf! Chili!
  • Zimt – gilt als scharfes und wärmendes Gewürz, wird dennoch häufig gut vertragen, bei sehr empfindlichem Darm ist Vorsicht geboten, da scharfe Gewürze die Darmschleimhaut reizen können

Gut verträgliche Kräuter und Gewürze bei einer Histaminintoleranz

In dieser Liste habe ich basierend auf meiner Recherche histaminarme Gewürze zusammengefasst. Wie immer gilt es auch bei den Kräutern und Gewürzen ein vorsichtiges Herantasten beim Testen.

  • Agavensirup
  • Apfelessigmeistens! Verdünnt probieren
  • Basilikum
  • Brühe – Biologische Qualität, ohne Hefe, ohne Tomaten
  • Dill – nicht für alle verträglich, nur in Maßen verwenden
  • Estragon – in Maßen verwenden
  • Kamille – kann Probleme bereiten, allerdings selten
  • Kardamom – wärmend, aber viel besser verträglich als Zimt
  • Koriander – in Maßen verwenden
  • Kurkuma – super gut als Tee, sehr gesund und ein kleines Wundermittel, ebenfalls vorsichtig dosieren
  • Kümmel – kann Probleme machen, wenn überdosiert
  • Ingwer – meist gut verträglich und sehr gesund, kreislaufanregend und keimtötend
  • Liebstöckel (Maggi Kraut) – gut verträglich und reich an Quercetin, hilfreich zum Histaminabbau
  • Meerrettich – relativ gut verträgliche Schärfe, nicht übertreiben
  • Minze – frisch, meist gut verträglich
  • Oregano – gut verträglich
  • Petersilie – gut verträglich und sehr gesund
  • Rosmarin – etwas vorsichtig dosieren
  • Safran – gut verträglich
  • Salbei – vorsichtig dosieren
  • Schnittlauch – gut verträglich, reich an Quercetin
  • Thymian – nur sehr wenig verwenden, wegen der ätherischen Öle
  • Vanille – meist gut verträglich, lieber vorsichtig ausprobieren
  • Wacholderbeeren – vorsichtig dosieren

Du findest hier die Liste mit verträglichen und nicht verträglichen Kräutern und Gewürzen bei einer Histaminintoleranz zum Download.

Histaminarme Lebensmittel

Nicht nur auf die Verwendung der richtigen Gewürze und Kräuter ist bei einer Histaminintoleranz zu achten, sondern natürlich auch auf Lebensmittel und Getränke. Nicht geeignet bei einer Unverträglichkeit gegenüber Histamin sind beispielsweise gereifte Käsesorten, Tomaten, Erdbeeren, Kaffee, alkoholische Getränke und Schokolade. Sie führen bei Betroffenen einer Histaminintoleranz zu Beschwerden und Symptomen wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Migräne, Übelkeit sowie Bauchschmerzen und Problemen mit der Haut und sollten daher gemieden werden.

In einem weiteren Artikel von mir erhältst du eine Übersicht zu den wichtigsten histaminhaltigen Lebensmitteln, genau wie eine Übersicht zu histaminarmen Lebensmitteln, die für eine histaminarme Ernährung weiterhin gut verträglich sind. Diesen Artikel findest du hier. 

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6 Kommentare

  1. Konni Flick

    Schone seit Jahren habe ich die klassischen Symptome einen Histaminintoleranz. Ich probiere alles mögliche wegzulassen und ernähre mich zunehmend spartanisch. Zudem vegan /vegetarisch.
    Ich bin mit meinen Nerven ziemlich am Ende, denn meinSpeiseplan wird immer kleiner.
    Vielleicht habt ihr einen Tipp.
    Konni

    Antworten
    • Ebba

      Also mir hat die Erkenntnis weitergeholfen, dass obwohl durch die Auslassdiät die Beschwerden scheinbar schlimmer und prompter geworden sind, dies ein gutes Zeichen ist. Solange der Körper überflutet ist, kann er auf Zugabe von Histamin (bei vielen Betroffenen auch Alicylsäure/ Salicylat !!!! und Oxalsäure u.v.m.) nicht mehr zeitnah reagieren. Sinkt der Spiegel, folgt die Reaktion wieder prompt auf das verzehrte Lebensmittel – wobei ja leider die Reaktion auch bis zu 72 Std. verspätet auftreten kann. Es lohnt sich also tatsächlich mit einer sehr kleinen Auswahl von Lebensmitteln und Salz und Wasser zu beginnen und dann ein neues Lebensmittel einzuführen und zwar in einer kleinen Menge. Drei Tage lang dabei bleiben und dabei die Menge vorsichtig etwas erhöhen. Dann das nächste. Sobald ich das Dritte hinzunehme, lasse ich das erste wieder weg. Warum? Weil es manchmal die Menge ist, die ich nicht vertrage. Also möglichst nichts täglich, was ich nicht 100 % tig kenne. Wenn jetzt eins nicht vertragen wird, kommt das noch nicht auf die Abschußliste. Ich probiere es nach Rückkehr zu meinen ggf nur 2 wirklich sicher verträglichen Lebensmitteln mit Salz und Wasser einfach nocheinmal neu. Ggf war es nur Kombination mit einem davor getesteten. ggf war es Stess. ggf war es bei einer Frau der falsche Tag im Zyklus. Wieder nicht vertragen? Dann versuche ich es einen Monat später nocheinmal. Geht es dem Darm bis dahin besser, kann es plötzlich völlig probemlos sein. Genauso teste ich, ob ein Supplement verträglich ist. Dann messe ich täglich Temperatur, um zu sehen, wie es der Schilddrüse geht. Lange habe ich nicht verstanden, dass die Gewürze, der grüne Tee und der entkoffeinierte Kaffee das Problem waren. Hätte ich es gleich ordenlich gemacht, wäre es früher aufgefallen. Also Mut. Es ist nervig. Es macht erst einmal hungrig. Aber das immer wieder probieren hilft vieles doch langsam wieder einzuführen. Auch bei Pobiotika immer langsam vorgehen und recherchieren, welche bei HIT überhaupt verträglich sind. Und, leider, nichts was gesund ist, für generell gesund halten. Recherchieren ist wahnsinnig wichtig, das Ausprobieren ersetzt es aber leider nicht. Und bedenke, Außentemperaturen, Pollenflug, intensiver Sport haben auch ihren Einfluss – daher nie nur einmal ausprobieren. Und von Anfang an ein vernünftiges Tagebuch führen, wo all diese Dinge und Einflüsse mit notiert werden. Sonst hat man es noch schwerer. Viel Erfolg

      Antworten
      • Nora Hodeige

        Vielen Dank für deine wertvollen Tipps & starken Worte. Alles Liebe, Nora

        Antworten
    • Ebba

      P.S.
      Bei uns hat es vegan einfach nicht funktioniert – im Gegenteil, erst seit wir vegetarisch lebten, sind wir so richtig abgestürzt. Den Traum geben wir aus ökologischen Gründen keineswegs auf, aber der Darm erlaubt es noch nicht. Dass wir solange daran festgehalten haben, hat uns wirklich nicht weitergeholfen. Auch nicht, dass wir die guten Kräuter und gesunden Erkältungsrezepte, den Honig oder die Zitone zunächst nicht hinterfragten. Jetzt essen wir brav Eigelb und ein ganz kleines stückchen Fleisch, kaum sichtbar, 2 mal am Tag und in einer Malzeit kombiniert, am besten mit noch einer anderen eiweißreichen Zutat (seit einer Woche geht Brokkoli), damit genügend Protein auf den Tisch kommt, da wir keine Milchprodukte vertragen, noch die Ersatzprodukte, noch Hülsenfrüchte, noch Getreide, noch Pseudogetreide, noch Reis (und zwar all das weder gekeimt, noch nur eigeweicht, noch ewig ausgespült und fabelhaft gewaschen), noch Fisch. Aber wie gesagt, es wird trotzdem besser.
      Und sollte all das wirklich partout nicht helfen und die Temperaturmessungen nicht zur Schilddrüse geführen, dann lass die Hormone checken, ob keine Östrogendominanz vorliegt und lies nochmal genau über Mastozytose oder das Mastzellenaktivierungssyndrom nach. Und solltest Du zusätzlich megagelenkig und samthäutig sein, dann schau noch nach dem Ehlers-Danlos-Syndrom.
      Und lass die IgE vermittelten Allergien austesten, denn wenn Du auf irgendwas wirklich allergisch reagierst, dann solltest du das nicht austesten müssen.
      Alles Gute

      Antworten
      • Nora Hodeige

        Vielen Dank für diese differenzierte Antwort und den Blickwinkel, den du mitbringst. Alles Gute für dich und deine Lieben,
        Nora

        Antworten
    • Nora Hodeige

      Liebe Konni, wir möchten dich ermutigen, nicht immer noch mehr wegzulassen. Das ist ein Teufelskreis, den wir bei Menschen mit Histaminintoleranz leider beobachten müssen. Wenn du schon eingeschränkt essen musst, dann empfehlen wir, nicht auch noch zusätzliche Einschränkungen vorzunehmen mit z.B. vegetarisch, vegan. Diese ethischen “Einschränkungen” kannst du vornehmen, wenn es dir gut geht und dein Körper alles (wieder) verträgt. Tierisches Eiweiß gibt sehr viel Kraft und nährt den Darm, das ist es, was wir brauchen, wenn es uns nicht gut geht. Gleichzeitig darfst du genau hinschauen und mit einem Tagebuch unterstützen. Verträgst du das, was du alles weglasst, wirklich nicht, oder ist dabei die Angst, es vielleicht nicht vertragen zu können, größer? Verträgst du es wirklich nicht oder war es etwas anderes von gestern? Verträgst du es wirklich nicht oder hast du darüber gelesen?
      Hilfreich kann hierbei sein, wirklich ein Lebensmittel für ein paar Tage auszuprobieren, in kleinen Mengen erst einmal. Eines, das eigentlich bei HIT verträglich sein sollte. Denn die Auswahl an histaminfreien Lebensmitteln ist eigentlich sehr groß und vielfältig. Es kostet sehr viel Mut, das wissen wir auch, doch es lohnt sich in jedem Fall.
      Wenn du magst, schaue gerne im LMO Health Club vorbei, da legen wir auch einen großen Schwerpunkt auf mentale Gesundheit und mentale Stärke – die wichtig ist, damit wir uns überhaupt trauen, wieder etwas auszuprobieren.
      Alles Liebe, NorPS: Und was Ebba sagt ist super wertvoll!

      Antworten

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