Don’t confuse your path with your destination. Just because it is stormy now, doesn’t mean that you aren’t headed for sunshine.  <unknown>

Ich liebe das Leben. Das zu wissen, hat mir Hoffnung gegeben. Hoffnung in einer Zeit, in der ich kaum mehr welche haben wollte. Damals vor ein paar Jahren, als mich das Leben mit Sturm gebeutelt hat und die Wellen mein kleines Boot von rechts nach links warfen. Damals konnte ich nicht mehr fühlen, dass ich das Leben liebte. Ich konnte es nur noch wissen. Dieses Wissen hielt mich aufrecht und hat mir Kraft gegeben. An dieses Wissen klammerte ich meine ganze Hoffnung, ich hielt mich daran fest wie an einem Strohhalm, ein kleiner Mast im riesengroßen Sturm. Der Sturm war mächtig, es peitschte der Regen, der Orkan toste und ich war gefangen in einem Strudel, der nicht mehr mein Leben sein konnte.

Monatelang war mir schwindlig, in jeder wachen Minute, in jedem einzelnen Augenblick, nur sehr selten konnte ich diesen Schwindel vergessen. Er war immer da, wenn ich im Bett lag, dann schaukelte es von rechts nach links, als seien heftige Wellen anstelle meines Fußbodens. Wenn ich zu Fuß ging, so musste ich mich manchmal an der Hauswand festhalten, weil der Schwindel mir kaum einen geraden Weg erlaubte.  

Die Wellen schlugen um mich, sie versuchten mein kleines Boot zum kentern zu bringen und mich mit sich fortzureißen. Nicht selten fühlte ich mich ohnmächtig angesichts der äußeren Umstände, die ich weder verstehen, noch beeinflussen konnte. Ich wusste nur, dass ich einen Weg hinaus aus diesem Strudel finden musste. Möwen am Strand bei Sturm


Der Weg war lang und schwer und die Hoffnung war mein Rettungsanker. Das stille Wissen daran, dass ich ein glücklicher Mensch war und, dass ich das Leben wunderschön fand. Meine Hoffnung und ich, mein Mast im Sturm, wir hielten uns aufrecht, wir kämpften uns durch, von Arzt zu Arzt und Befund zu Befund. Keiner wollte etwas finden, keiner sah Auffälligkeiten. Sie konnten meinen Sturm nicht verstehen, witterten die ständige Gefahr nicht und waren doch ganz einhellig der Meinung, dass meine Kondition psychischer Natur sein musste. Aber, egal, was sie fanden, taten und sagten, der Schwindel schien mich niemals mehr verlassen zu wollen. Doch plötzlich, nach langer stürmischer Fahrt, nach endlos erscheinender Reise war sie da, die Rettung, das Licht am Horizont: Meine Diagnose. Hashimoto, Schimmelpilzbefall in der Leber und eine Histamin Intoleranz.

Einer meiner schönsten Momente in den letzten fünf Jahren war tatsächlich der, als man mir die Liste der Lebensmittel gab, die ich fortan nicht mehr zu mir nehmen durfte. Mein Zustand hatte einen Namen bekommen.

Und der Sturm lichtete sich so plötzlich wie er gekommen war. Plötzlich war alles vorbei und zugleich alles da. Die Sonne bahnte sich ihren Weg durch die Wolken und erstrahlte in voller Zuversicht. Alles war mit einem Mal da: Leben, Liebe, Glaube, Hoffnung. Und die Erkenntnis, wer die ganze Zeit an meiner Seite gewesen war, sich heimlich und leise in meine Einsamkeit eingemischt, jeden meiner Schritte bewacht und mein Taumeln aufgefangen hat. Dafür bin ich dankbar. Den Sturm habe ich besiegt und kann nun endlich wieder glücklich sein, durchatmen und die Zukunft umarmen. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass nicht die Hoffnung das wichtigste ist, sondern die Liebe. Die Liebe zum Leben und zu mir selbst.

Titelbild (c): “Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski, Das Schiff ‘Maria’ im Sturm, 1892”, Kunstforum Wien, flickr Fotos (c) Flickr: Helmut Rückert & Tankred Schmitt

Nora Hodeige

Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
Nora Hodeige

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