Kennst du die Angst? Ich meine, kennst du sie wirklich? Diese fiese, hinterhältige, nervige Angst, die plötzlich kommt und da ist – gekommen, um zu bleiben. Ich habe da mal einen etwas anderen Text aufgeschrieben, um die Angst für mich selbst ein wenig begreifbarer zu machen. Und zu erklären, wie ich mich gefühlt habe, damals, als die Angst und die Panikattacken mein Leben beherrschten.

Wenn du mich kennst, weißt du aber auch, dass ich dir das vor allem erzähle, um dir im Anschluss (also weiter unten) zu erzählen, was DU tun kannst, um deine Ängste endlich hinter dir zu lassen.

Die Angst kommt blitzschnell und unerwartet. Sie schnürt dir den Hals zu, sie erhöht deinen Puls, sie lässt dich nicht mehr atmen. Sie kommt einfach so. Dann ist sie da. Die Angst behindert dich in dem Moment und noch viele Stunden, Tage, Wochen danach. Die Angst mag ihre Ursache in einer Sorge haben, die du dir machst – doch dann ist sie plötzlich riesig groß und erschlägt dich. Mit ihrer Über-Sorge, mit ihrer Unberechenbarkeit und ihrer Leere. Die Angst ist eine Welle, die über dir zusammenschlägt und dich mitreißt. Du hast keine Chance ihr zu entgehen. Und doch kämpfst du. Immer und immer wieder. Kämpfst den völlig aussichtslosen Kampf gegen die Angst. Versuchst verzweifelt über Wasser zu bleiben und Luft zu bekommen, während die Angst ihre Gischt, ihr salziges Wasser erbarmungslos über dir zusammenbrechen lässt. Versuchst verzweifelt die Oberhand zu behalten gegen die gewaltige Strömung, die dich nach unten zieht, die dich mitreißen will, die dich ganz für sich haben will. Du kämpfst und kämpfst, obwohl du weißt, dass es verloren ist. Du willst aber nicht aufgeben, willst nicht klein sein, willst niemals wieder die Kontrolle verlieren. Über dich. Über die Situation. Über deinen Körper. Doch die Angst ist stärker und du weißt es auch. Sie zieht an dir, sie zerrt an dir und dein Körper hat schon lange aufgegeben. Wie eine Welle kommt die Angst in deinen Körper, sie schwappt über dich, schnürt dir die Luft ab, vernebelt deine Sinne und wirbelt dich durcheinander. Todesangst. Panik. Aussichtslosigkeit.


Surrender. Lass los.

Was würde passieren, wenn du dich der Angst hingibst? Was würde passieren, wenn du nicht mehr kämpfst? Stell dir vor, die Angst kommt über dich, die Welle reißt dich mit, und du gibst dich ihr hin. Sie ist ohnehin stärker als du. Kämpfen zehrt nur an deinen Kräften und lässt dir keine Luft zum Atmen. Stell dir vor, wie die Welle, das tosende Meer dich mitreißt, dich hinunterzieht, in einen Strudel bis zum Meeresgrund. Du lässt dich ziehen, du hältst die Luft an, du wartest ab. Erst, wenn du nicht mehr kämpfst, wirst du erkennen, dass am Ende des Strudels die Kraft des Sogs nachlässt. Dann wirst du erkennen, dass es dort unten am Grund des Meeres plötzlich ganz ruhig ist und dass es für dich plötzlich ganz leicht ist, dem Sog zu entkommen. Es ist ruhig auf dem Meeresgrund. Es herrscht Stille. Du kannst deine Gedanken hören, deine Sinne sind wach, du bist ganz eins mit dir. Nichts anderes ist mehr wichtig. Nur du und die grenzenlose Weite, außerhalb und in dir drin. Die Angst ist dann nur noch eine Erinnerung. Du aber, kannst fortschwimmen und bist frei.

Surrender. Kapituliere. Gib dich hin. Hab Vertrauen. Kehre zurück zu dir.

Mut ist nicht das Gegenteil von Angst.

Nee, Moment, so ging der Spruch nicht. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst … es bedeutet nur, dass etwas anderes wichtiger ist, als die Angst. Was könnte wichtiger als Angst sein? Wovor habe ich überhaupt Angst? Habe ich nicht genau Angst davor, mutiger zu sein? Mich zu zeigen? Mein inneres nach außen zu kehren?

Ich wollte nie mutig sein. „Ich finde das so mutig von dir, Nora, dich selbstständig zu machen!“ Klingt das nur in meinen Ohren, als sei es eine richtige sch*** Idee gewesen? Ich weiß ja nicht … Wenn jemand sagt, dass ist mutig von dir, schwingt bei mir noch mit, … „und ziemlich dumm!“

Als Kind habe ich Ronja Räubertochter geliebt. Sie war mutig und ich habe sie sehr dafür bewundert. Doch, auch in ihrem Fall, hieß Mut manchmal etwas zu tun, was vielleicht unüberlegt gewesen ist. Man merkt es und tut es trotzdem. Vielleicht ist Mut nicht immer klug durchdacht, doch, wenn die Angst das ist, was uns lähmt, dann ist der Mut das, was es uns trotzdem tun lässt.

Seitdem ich Kinder habe, weiß ich, was Mut bedeutet. Und Angst. Seitdem ich Kinder habe, geht die Angst viel tiefer, als ich es jemals gedacht habe. Seitdem ich Kinder habe, ist mir klar, dass das Gegenteil von Angst nicht Mut ist, sondern Liebe.

Wer wärst du ohne die Angst

NUR für kurze Zeit: Mein kostenloses Training "Wer wärst du ohne die Angst?" gibt es für dich zum Nachhören! In diesem Training lernst du:

  • wie Angst entsteht
  • was dabei im Körper passiert
  • was HIT und Angst miteinander zu tun haben
  • wie du bei HIT Angst vermindern kannst
  • wie du aus der Angstspirale aussteigst
  • was du wirklich brauchst, um angstfrei leben zu können

Wenn du meine Geschichte ein wenig verfolgst, dann weißt du, dass ich jahrelang mit sehr starken Ängsten zu kämpfen hatte. Es ging sogar soweit, dass ich mich nicht mehr getraut habe, aus dem Haus zu gehen - vor allem nicht alleine. Ich habe Menschenansammlungen und soziale Verpflichtungen gemieden und monatelang zu Hause auf dem Sofa (oder im Bett) verbracht. Bis ich beschlossen habe, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Ich habe gelernt, meine Panikattacken in den Griff zu bekommen, habe mich streng histaminarm ernährt und meine Angst als liebe Freundin akzeptieren gelernt. Heute habe ich keine starken Ängste mehr und lebe ein glückliches Leben.

Wenn ich das kann, dann kannst du das auch!

Vergiss niemals: Gesundheit ist der Weg zurück zu dir.

Nora Hodeige

Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
Nora Hodeige

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