Aufgewachsen bin ich ja in der Nähe des Elsass, dorthin haben wir zahlreiche Ausflüge an den Wochenenden gemacht und immer gab es bei der verdienten Einkehr echte elsässische Quiche. Mhmm, ich habe diese Ausflüge geliebt – nicht nur wegen der wunderhübschen elsässischen Dörfchen, der sehr liebenswerten Menschen, sondern eben auch des Essens wegen. Feine Weine, durchgezogene Ragouts, schöner Käse, leckere Kuchen, so viele Prachtstücke in einem Landstrich vereint.

Diese elsässischen Ausflüge haben auch mein kulinarisches Verständnis geprägt und Quiche ist eines meiner Lieblingsgerichte geworden. Leider kann ich die original Quiche Lorraine mit Schinken bzw. Speck und Zwiebeln nicht essen, aber es gibt ganz passable Alternativen. Während meiner Unizeit in Friedrichshafen haben meine vier Essensfreundinnen und ich die Quiche zu einer kleinen, persönlichen Perfektion gebracht. Unsere Lieblingsvarianten sind mittlerweile: Hackfleich mit Lauch und Champignons sowie Feta mit Brokkoli. Heute habe ich mich allerdings für eine weitere Variante entschieden, die ich auch zusammen mit dem Rezept nicht vorenthalten möchte. Natürlich ist auch diese Quiche, wie alles, was es bei mir zu Hause zu Essen gibt, histaminfrei bzw. histaminarm.

Histaminfreie Quiche mit Putenstreifen und Lauch

1) Zutaten für den Quiche-Mürbeteig

 250g Mehl, 130g Butter, 1 Ei, etwas Salz

Alle Zutaten mit der Küchenmaschine miteinander verkneten. Für 1/2 Stunde kalt stellen. Ofen auf 160°C vorheizen.

In meiner Zeit in Wien habe ich einmal mit einem Freund Quiche backen wollen. Seine momentane Affäre, eine bezaubernde Französin, hat ihm das Rezept aufgeschrieben. Er machte sich sogleich und sehr eifrig, normalerweise half er mir in der Küche lediglich mit dem Öffnen der Weinflasche, an die Zubereitung des Teiges. Nach ungefähr einer Dreiviertelstunde ging ich in die Küche, um nach ihm zu sehen. Er stand sehr stolz und überglücklich mit seinem Teig in der Küche und versuchte dieses leicht schlabberige Etwas in meine Quiche Form zu gießen. Schreiend konnte ich ihn davon abhalten und erklärte ihm, dass das, was er dort vollbracht hatte, kein Quiche Teig war. Es war sehr schwierig, ihn davon abzubringen, denn immerhin war das Rezept direkt aus der Feder seiner Geliebten gekommen – ich vermute im Nachhinein jedoch, dass nicht das Rezept, sondern seine Ausführung das Problem gewesen waren. Bei dieser Aktion fiel mir auf, dass es sehr schwierig ist, etwas zu backen, wenn man nicht ungefähr eine Ahnung davon hat, wie dieses Gebackene im Rohzustand ungefähr auszusehen hat.

Quiche Teig fertig

Teig vor dem Backen

Daher sei hier für alle erklärt: Ein Quicheteig ist ein Mürbeteig, er wird nur mit Mehl, Butter, (Zucker), einem Ei und etwas Salz gemacht. Es ist wichtig, dass die Butter kalt, das heißt nicht zimmerwarm ist. Eiskalt ist auch schlecht, weil sie sich dann nicht mehr verrühren lässt. Am besten ist, sie 5 Minuten vorher aus dem Kühlschrank zu nehmen. Der Teig muss so lange von der Küchenmaschine geknetet werden, bis keine Butterstückchen mehr zu sehen sind. Der Teig sollte sich einfach zu einer Kugel formen lassen, er sollte nicht kleben und gleichzeitig geschmeidig in Form einer Kugel bleiben. Beginnt er zu reißen kann man 1 (höchstens 2!) EL kaltes Wasser hinzu fügen.


 

2) Für den Quiche Belag

1 große Schalotte, 150g frische Putenbruststreifen, 1 Lauch, 1 EL Mehl,  Gewürze nach Belieben, 

Die Schalotten mit etwas Butter und etwas Olivenöl bei niedriger Hitze anschwitzen, eine Prise Zucker, eine Prise Salz sowie nach Belieben Kurkuma, Kümmel oder Zimt hinzufügen. Im Anschluss die Putenbruststreifen und einen Esslöffel Mehl hinzufügen. Das ganz gut anbraten lassen und mit einem EL Gemüsebrühe oder Wasser ablöschen.

3) Für die Créme

200g Sahne (ich nehme immer halb saure, halb süße Sahne), 3 Eier, 100g Butterkäse, 1 Päckchen Mozzarella, Muskat, Salz, Pfeffer

  • Alle Zutaten (außer den beiden Käsen) mit dem Schneebesen verschlagen, eine Prise Muskat, etwas Salz und Pfeffer hinzufügen. Den Butterkäse reiben und unterrühren. Die Mischung des Belages unter die Eier-Creme heben. Den Mozzarella in Scheiben schneiden und beiseite stellen.
    Füllung für die Quiche

    Die Quiche Füllung

  • Den Teig rund ausrollen und in eine Quiche Form bzw. eine Springform geben. Mit den Händen bearbeiten bis der ganze Boden sowie der Rand mit Teig bedeckt ist. Bei 160°C für 10 Minuten backen. Dabei entweder zum Beschweren des Teiges Hülsenfrüchte nehmen oder den Teig mehrmals (lieber zu viel als zu wenig) mit einer Gabel einstechen, damit er nicht aufgeht.
  • Den Belag mitsamt der Creme auf dem Teig verteilen. Für weitere 10 Minuten in den Ofen geben.

    Quiche Teig angebacken

  • Den Mozarella gleichmäßig auf der gestockten Masse verteilen. Eventuell die Grillfunktion des Ofens anschalten und für weitere 10-15 Minuten im Ofen backen, bis die Quiche eine braune Kruste bekommen hat.
  • Aus dem Ofen holen und etwas abkühlen lassen. 

4) Quiche genießen

Die Quiche im Kreis guter Freunde oder der Familie genießen. Dazu passt wunderbar ein leckerer Salat – und ein Gläschen kühler Weißwein, für alle, die dürfen!

Quiche fertig gebacken

Frisch aus dem Ofen: Fertige Quiche!

 

Nora Hodeige

Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
Nora Hodeige