Heute habe ich euch Nadja mitgebracht, die von ihrer persönlichen Erfahrung mit der Ernährungsumstellung auf Paleo / Low Carb berichtet – seit vielen Jahren arbeitet sie als ganzheitliche Ernährungsberaterin und unterstützt mit ihren Coachings zahlreiche Menschen bei der Ernährungsumstellung. 

Was ist Paleo?

Die Paleo Ernährung geht zurück auf eine Ernährungsform, wie sie unsere Vorfahren zur Zeit der Jäger und Sammler noch praktizierten. Paleo ist ein Synonym für eine artgerechte Ernährung, für die unser Körper ursprünglich ausgerichtet ist. Daher wird mit Paleo eine Ernährungsform praktiziert, welche sich an den ernährungstechnischen Gegebenheiten an der Zeit vor dem Ackerbau und der Viehzucht orientiert – angepasst an die Lebensmittel, die uns heute zur Verfügung stehen. 

Im Zentrum stehen dabei echte, möglichst  unverarbeitete Lebensmittel:


  • Fleisch, Innereien, Knochenmark
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Gesättigtes Fett tierischen Ursprungs
  • Eier
  • Gemüse
  • Obst (mit wenig Zuckergehalt)
  • Nüsse und Samen

Verzichtet wird auf Lebensmittel, die erst “seit kurzem” Teil unseres Speiseplans sind und an deren Verzehr, vor allem in großen Mengen, wir nicht oder nur sehr schlecht evolutionär angepasst sind:

  • Zucker (in jeder Form)
  • Getreide und Pseudogetreide
  • Hülsenfrüchte
  • Industriell stark verarbeitete Milchprodukte
  • Industriell hergestellte Pflanzenöle mit einem hohen Anteil an Omega-6 Fettsäuren
  • generell industriell verarbeitete Produkte

 

Was bedeutet Low Carb?

Bei einer Low Carb Ernährung wird die Menge der Kohlenhydrate pro Mahlzeit stark reduziert, wobei es wichtig ist, dass jeder Mensch für sich und seinen Körper die optimale Menge durch ausprobieren heraus findet. Generell gilt bei Low Carb ungefähr eine Kohlenhydrat Aufnahme von 50-120g/Tag, was in etwa 10-20% der Tages-Energiezufuhr entspricht. Als alternative Energielieferanten stehen dem Körper dann Eiweiß und Fett zur Verfügung, welche über die Nahrung aufgenommen werden. Der Körper kann ca. 35% seines Energiehaushaltes über Eiweiß decken, der Rest muss über Fett abgedeckt werden. Daher ist es bei einer Low Carb Ernährung so enorm wichtig auf eine ausreichende Fett Versorgung (ca. 150g Fett pro Tag) zu achten. Dabei wird das natürlich in den Produkten vorkommende Fett mit eingerechnet und die restliche Fettversorgung wird über (tierische) Fette zugeführt.  

Generell gilt bei beiden Ernährungsformen ein Verzicht auf industriell verarbeite Lebensmittel und ein Zurückkehren zu frisch zubereitetem und ausgewogenem Essen, das aus echten, unverarbeiteten und natürlichen Lebensmitteln zubereitet wird.

Wenn du noch mehr Informationen zur Paleo Ernährung und zu Low Carb haben möchtest, dann lies dir gerne bei Nadja auf dem Blog die dazugehörigen Einträge durch oder stelle ihr hier deine Fragen in den Kommentaren.

Paleo / Low Carb Ernährung ist auch bei Histaminintoleranz empfehlenswert. Wie immer gilt, ausprobieren ist die Devise.

Interview mit Nadja von Foodlinx.de

Nach welcher Ernährungsform ernährst du dich?

Ich selbst orientiere mich weitgehend an den Prinzipien der PaleoErnährung und lege großen Wert auf möglichst unverarbeitete, regionale und saisonale Lebensmittel. Nachdem ich zu Beginn ziemlich strikt nach Paleo gelebt habe, konnte ich in den letzten beiden Jahren einige Lebensmittel wieder einführen. In meiner persönlichen Paleo-Ernährung gehören Rohmilchprodukte und manchmal glutenfreie Haferflocken zum Beispiel dazu. Das ist das, was für mich ganz persönlich im Moment funktioniert. Das war aber nicht immer so und ich weiß auch nicht, ob es so bleibt.  

Wie lange ernährst du dich bereits so?

Meine Ernährung verändert sich ständig, nach Jahreszeiten und auch mit meinen Erkenntnissen über Ernährung, über mich und meinen Körper. Das Prinzip der glutenfreien Ernährung nach Paleo-Prinzipien verfolge ich nun aber seit etwa 4-5 Jahren, wobei in unserem Haushalt auch vorher schon oft und regelmäßig gekocht wurde.

Was hat sich dadurch für dich verändert?

Für mich hatte die Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung den größten Effekt überhaupt. Meine Persönlichkeit nahm innerhalb kürzester Zeit eine 180° Wendung. Ich war ständig aggressiv, habe viel geweint und hatte Depressionen. Von Verdauungsbeschwerden, die ich gar nicht mehr wahrgenommen habe, mal ganz zu schweigen. Das hat sich innerhalb von 4 Wochen komplett gelegt. Später hat mir das erneute Weglassen von konventionellen Milchprodukten dabei geholfen, weniger erschöpft und müde zu sein. Ich glaube aber nicht, dass es mit der Ernährung allein getan ist. Zur Gesundheit – und dazu zähle ich körperliches und psychisches Wohlbefinden – gehören noch einige andere Dinge.  

Gab es einen ursprünglichen Anlass für diese Änderungen in deiner Ernährung?

Ja, sicher. Ich wollte abnehmen und sportlich leistungsfähiger sein. Mir fiel dann Anfang 2013 ein E-Book über Ernährung von Scott Sonnon, einem amerikanischen Trainer, in die Hände. Er hatte selbst als Kind mentale Beschwerden und berichtete über die Wirkung einer naturnahen Ernährung. Von Paleo hatte ich damals noch keine Ahnung. Der Effekt, den der Getreideverzicht auf seine Gesundheit hatte, hat mich überzeugt das auch zu probieren. Ich suchte mir eine Woche aus, in der mein Mann auf Reisen war und begann auszuprobieren, wie es ohne Getreide geht. Der Rest ist Geschichte.

Woher hast du deine Informationen über diese Ernährungsform?

Das lässt sich so genau gar nicht sagen. Ich lese in etwa ein Buch pro Woche und seit 5 Jahren fast nur über Ernährung und Gesundheit. Die Bücher, die mich besonders beeinflusst haben, sind allerdings Sarah Ballantynes „Paläo-Therapie“*, Chris Kressers „Paleo Code“* und Denise Mingers „Death by Food Pyramid“*. Vor allem die letzten beiden haben mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, dass es nicht die eine Ernährung gibt, die für jeden funktioniert und richtig ist. 

Wem würdest du diese Ernährung empfehlen?

Meine Ernährung passt nur zu mir, das möchte ich vorab betonen. Wir leben im absoluten Überfluss und haben „leider“ nicht die Notwendigkeit zu essen, was da ist. Leider deshalb, weil ich glaube, dass es ohne unser Wirtschaftssystem nicht so leicht wäre sich jeden Tag eine Tiefkühl-Pizza, eine Tüte Gummibärchen oder eine Tafel Schokolade reinzutun. Eine natürliche Ernährung mit möglichst wenigen Industrieprodukten kann ich im Prinzip jedem empfehlen, der seiner Gesundheit etwas Gutes tun möchte. Insbesondere bei chronischen Erkrankungen, auf die wir in der Schulmedizin bisher keine befriedigenden Antworten haben, halte ich eine Ernährungsumstellung für sinnvoll. Man staunt, wie viele Wehwehchen, die man als gegeben hinnimmt, sich damit erledigen.      

Ist die Paleo Ernährung auch bei Histaminintoleranz möglich?

Ja, auf jeden Fall. Wichtig ist selbstverständlich, dass man für sich herausfindet, was man in welcher Menge verträgt und das gegebenenfalls weglässt, was nicht funktioniert. Das kann vor allem bei Fisch, Fleisch und manchen Gemüsesorten (z.B. Tomaten) der Fall sein. Auch und vor allem fermentierte Lebensmittel sind zu Beginn meist sehr schwer verträglich. Hier kann man später in sehr kleinen Mengen (ein Esslöffel am Tag oder weniger) starten. Wer unsicher ist, sollte sich ruhig einen Coach hinzu ziehen. Ich fürchte aber, um das selber frisch kochen kommt man dabei kaum herum. Das ist in meinen Augen und meiner Erfahrung letztlich der Schlüssel.  

Vielen Dank, Nadja, für diesen Einblick in deine Ernährung.

Nadja Polzin

www.foodlinx.de

Nadja Polzin ist ganzheitliche Ernährungsberaterin und Autorin. Sie bloggt außerdem auf foodlinx.de und hat gerade ein neues Buch zum Thema Nebennierenschwäche herausgebracht.

Seit 5 Jahren beschäftigt sie sich aufgrund eigener Beschwerden mit dem Einfluss unserer Ernährung auf die physische und psychische Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Nora Hodeige

Nora Hodeige

Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
Nora Hodeige

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