Wie Stress den Histaminspiegel beeinflusst

Umgangsprachlich sprechen wir von Stress meist im Zusammenhang mit Hektik und Zeitdruck – aber Stress ist so viel mehr. Stress ist ein umfangreiches Prinzip, welches sich ganzheitlich auf den Organismus (Geist und Körper) des Menschen auswirken kann. Bei langanhaltendem Stress entsteht Krankheit, die sich meist in körperlichen Zuständen zeigt. Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie Autoimmunerkrankungen werden (vor allem von Naturheilkundlern) einem erhöhten Stress-Niveau zugeschrieben.

Körperlich ist es so, dass bei Stress, vereinfacht gesagt, Histamin ausgeschüttet wird. Dieser Zustand hat im Prinzip selten etwas mit der “reinen” Lebensmittelunverträglichkeit Histaminintoleranz zu tun, sondern zeigt vor allem auf eine Mastzellenaktivierungsstörung hin. Diese hat die selben Symptome wie HIT, diese werden aber (im Prinzip) nicht durch Histamin im Essen, sondern besonders durch sogenannte Liberatoren sowie “Stress” ausgelöst. Da viele Betroffene mit HIT auch eine Mastzellenspeichererkrankunge haben oder aber “einfach” das Histaminfass überfüllt ist (so, dass man dann immer auf alles reagiert), wollen wir hier der Einfachheit halber “alles über einen Kamm scheren”.

Stress ist ein Zustand des Nervensystems, da Histamin ein Neurotransmitter ist (wissen wir bereits) wird dieser Botenstoff bei einem akuten Zustand von Stress ausgesandt, um Meldung über den “Stress-Zustand” zu geben. Das Nervensystem ist eng mit dem Verdauungstrakt verbunden – daher kann einem Stress auf den Magen schlagen (Histamin wird im Körper in den Mastzellen gespeichert (haben wir hier gelernt) und diese befinden sich zu großer Zahl in der Magenschleimhaut) oder positiver Stress wie Verliebtsein verursacht “Schmetterlinge im Bauch”.  Die Freisetzung von Histamin in stressigen Situationen ist ein normaler Vorgang des Nervensystems, dass dieses Amin dann nicht ausreichend abgebaut oder verarbeitet werden kann, ist ein Problem, welches mit dem Zustand der Histaminintoleranz zu tun hat. Schau dir dazu auch mein Video ganz unten an.


Angst als Stress Auslöser

Eine Studie belegt, dass es eine positive Kohärenz zwischen meßbarer Angst (Herzfrequenz, Puls etc) sowie der Ausschüttung bzw. dem Vorkommen von Plasmahistamin besteht. Dies bedeutet, dass bei Angst (absoluter Stress für den Körper) sich vermehrt Histamin im Blutplasma befindet und somit im Körper zirkuliert. 

Auch äußere Faktoren können Stress auslösen, so kann zum Beispiel Hitze, Höhe oder enorme Kälte zu körperlichem Stress und der Ausschüttung von Histamin führen.

Extremes Wetter als Stressauslöser

Hitze bereitet dem Körper starken Stress und kann tatsächlich das Leben im Sommer für viele Betroffene sehr hart und anstrengend werden lassen. Nicht zu vergessen ist aber auch die Wettefühligkeit bei Kälte. So kann extreme Kälte ebenfalls zu starken Beschwerden führen. Viele Betroffene einer Histamin Intoleranz kämpfen mit ihrem Kreislauf und haben vor allem morgens das Gefühl, nicht in Gang zu kommen. Dazu kommen kalte Hände und Füße – und Zittrigkeit. Es ist klar, dass der Körper in Stress gerät, entweder bei extremer Hitze oder bei extremer Kälte und Stress führt zu einer Ausschüttung von Histamin. Es ist empfehlenswert, sich weder der extremen Hitze (der Sonne), noch der Kälte (eisigem Wind) zu stark auszusetzen, – wenn es irgendwie für dich möglich ist, dann bleibe im Schatten (Sommer) oder zu Hause (Winter). 

Was tun bei Stress?

Allergien werden nicht durch Stress ausgelöst, aber Stress kann diese verstärken, hat die University of Ohio in einer Testreihe herausgefunden. Eine langanhaltende Zeit an Stress kann somit das Risiko einer Allergieverstärkung oder überhaupt erst dem Ausbruch einer Allergie erhöhen. Die Studie empfiehlt Stress zu minimieren und Entspannungstechniken in den Alltag zu integrieren. So kann Meditation und bereits tiefes Ein- und Ausatmen das Stressniveau merklich senken. Ebenfalls wird es empfohlen, ohne Hilfe von Außen (Koffein oder Rauchen) schwierige Phasen und auch Müdigkeit zu überstehen – und lieber einmal früher ins Bett gehen, als sich selbst zu zwingen. Zeit für schöne Dinge des Lebens übrig haben, Spaß haben, Freunde treffen, Entspannung bewusst in den Alltag einbauen. Und nach Hilfe bitten – wenn es einmal nicht alleine geht. Denn: Du bist nicht alleine! Wenn du um Hilfe bittest, wirst du sie auch bekommen. 

Kennst du schon mein Buch zum Thema Histamin-Intoleranz? Dort gebe ich ebenfalls wertvolle Tipps gegen den Stress und zeige dir, wie du mit einfachen Maßnahmen deinem Körper im Umgang mit der HIT helfen kannst. Mehr Informationen darüber findest du hier!

Ganz neu: Das Buch gibt es jetzt auch auf Amazon*. Dort habe ich es in zwei Teile aufgeteilt: Teil 1 beschäftigt sich mit HIT & der Ernährung* und Teil 2 nimmt Bezug auf die psychischen Auswirkungen* von HIT (natürlich auch Stress). Ich freue mich riesig über eine Rezension von dir zu einem der beiden Bücher. 

 

Quellen

McNamee (2014), Are Allergies made worse by stress?

SIGHI, Histaminintoleranz, Stress 

 

 

Nora Hodeige

Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
Nora Hodeige

Letzte Artikel von Nora Hodeige (Alle anzeigen)