Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten hören häufig das Wort “Probiotika” und es klingt als sei es ein Wundermittel: Einfach Bakterien einnehmen, die im Darm fehlen und schon ist alles wieder gut. So einfach ist das allerdings nicht – es gibt einiges beim Thema Probiotika zu beachten!

Ich habe damals gar keine Probiotika genommen

Hi, ich bin Nora, die Gründerin von Leben mit ohne und ich habe damals überhaupt keine Probiotika genommen, weil ich sie nicht vertragen haben.

Mein Körper hat mich so quasi gezwungen, mich nicht weiter abzulenken, sondern wirklich hinzuschauen – zu den emotionalen Mustern, die mir die HIT mit ihrer ganz spezifischen Symptomsprache gezeigt hat.

Seit 2015 habe ich meine HIT geheilt, brauche nichts mehr weglassen und habe keinerlei Symptome mehr. Uud dabei habe ich keine Darmkur gemacht, bin keinem Ernährungsplan gefolgt und habe keine NEMs eingenommen – sondern ich bin einen Weg gegangen, der so viel tiefer geht als nur auf körperlicher Ebene.

Wie ich das gemacht habe, zeigen Jacqueline und ich dir in unserem Happy HIT Code – über 1.800 HIT-Betroffene haben bereits mit uns gearbeitet.

histaminintoleranz und kaffee
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Warum der Darm eine Rolle bei HIT spielt

Bei über 70% der Betroffenen einer Histaminintoleranz (HIT) ist der Darm nicht in Ordnung. Dies kann auf körperlicher Ebene eine Folge von „falscher“ Ernährung, Parasiten, Impfungen oder Infektionen sein. Stress spielt beim Thema Darm ebenfalls eine große Rolle, wie man heute weiß.

Im Darm leben Millionen Bakterienstämme, die alle zusammen unsere Darmflora ausmachen und unser Milieu im Darm bestimmen. Es gibt „gute“ und „schlechte“ Darmbakterien – und einige, wie z.B. Fäulnisbakterien, erzeugen sehr viel Histamin. (Chronische) Entzündungen und ein Leaky Gut Syndrom (löchriger Darm) können ebenfalls bei der Entstehung von HIT auf körperlicher Ebene beteiligt sein. Deswegen ist es wichtig, dass der Darm gesund ist.

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Was sind Probiotika?

Ein Probiotikum (Plural: Probiotika) ist ein Produkt, welches besonders aufbereitet lebende Mikroorganismen (probiotische Bakterien) enthält. Es gibt verscheidene Stämme von Bakterien, die bekanntesten sind Laktobazillen und Bifidokulturen.

Die Bakterien sitzen in den Schleimhäuten unseres Verdauungssystems und sorgen dafür, dass die natürliche Darmflora fremde und unerwünschte Keime abwehren kann.

Sie produzieren Buttersäure (Butyrat, eine kurzkettige Fettsäure), um damit die Darmepithel (Innere Zellschicht des Darms) zu versorgen. Ist diese Zellschicht gut versorgt, kann sie ihren vielfältigen Funktionen optimal nachgehen: Dazu zählt die gezielte Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung sowie die Abwehr von Toxinen.

Dadurch wird der Darm zum stärksten körpereigenen Abwehrsystem und dadurch zu einem Hauptbestandteil unseres Immunsystems. Je mehr gesunde Bakterien in unserem Verdauungssystem angesiedelt sind, desto stärker sind unsere Abwehrkräfte gegen Krankheitserreger und Giftstoffe.

Sinkt der Buttersäurespiegel ab, kommt es hingegen zu Veränderungen in der Darmschleimhaut – unsere Darmbarriere ist geschwächt. Krankheitserreger, Allergene und Toxine haben leichtere Chancen, über den Darm in unseren Körper zu gelangen und diesen anzugreifen und zu schwächen. Eine gesunde Darmflora ist ein wichtiger Baustein für einen gesunden Körper und ein gut funktionierendes Immunsystem.

Warum die reine Einnahme von Probiotika keinen Sinn macht

  • Wenn der Darm kaputt ist, kann er keine Probiotika aufnehmen
  • Manche Probiotika enthalten histaminbildende Bakterien
  • Wenn die Bakterien nicht gefüttert werden, siedeln sie sich nicht an
  • Präbiotika (Futter für die Darmbakterien) muss unbedingt dazu eingenommen werden
  • Das Problem wird nicht an der Wurzel angegangen und das Milieu wird immer wieder aus dem Gleichgewicht geraten
probiotika bei histaminintoleranz (2)

Kommen Mikronährstoffe auch in Lebensmitteln vor?

Probiotische Lebensmittel sind fermentierte Nahrungsmittel wie Sauerkraut, Brottrunk, Kefir oder Kim Chi (koreanisches Sauerkraut), sie bilden bei der Fermentation lebende Bakterien, die wunderbar gesund für den Darm sind. Probiotische Lebensmittel sind unglaublich gesund, denn sie liefern eine Vielzahl an wertvollen Darmbakterien, die aktiv, gesund und happy sind.

Menschen mit Histaminintoleranz vertragen fermentierte Lebensmittel in der Regel nicht gut, da beim Fermentierungsprozess gleichzeitig Histamin gebildet wird. Daher kann eine Probiotika Einnahme bei HIT sinnvoll sein – wenn das ganze System entsprechend vorbereitet wurde (siehe unten!).

Präbiotika sind “nicht verdaubare”, aber wasserlösliche Lebensmittelrückstände bzw. Ballaststoffe (meist Kohlenhydrate in Form von Zuckerarten wie Inulin, Laktose, Galactooligosaccharide (GOS) und Oligofructose (FOS)), die als Nahrungsquelle für unseren guten Darmbakterien (nämlich die Probiotika) dienen. In natürlicher Form kommen Präbiotika bspw. in Chicorée, Schwarzwurzel und Topinambur vor.

fermentierte lebensmittel mit histaminintoleranz

Worauf ein Ungleichgewicht der Darmflora eigentlich hinweist

Jedes Symptom und jede Erkrankung im Körper hat eine Botschaft für uns – es ist niemals zufällig da oder „weil wir eben Pech gehabt haben“. Der Körper spiegelt uns mit dem Symptom immer eine ganz bestimmte innere Anspannung, die auf einer Verletzung aus der Kindheit zurück zu führen ist, und möchte uns einladen, diese zu bearbeiten. Der Darm hat damit zu tun, was wir „nicht verdauen“ konnten. In unserem Programm Happy HIT Code haben wir ein ganzes Training zum Darm & Verdauung sowie noch ein weiteres Thema zum Phänomen Leaky Gut Syndrom. Dort zeigen wir dir, wie du ohne Ernährung, NEMs oder Kuren deinen Körper zurück in die Histamin-Balance bringen kannst, in dem eben diese ganz bestimmten inneren Stressoren bearbeitest und für dich auflöst. Wie das geht, zeigen wir dir ganz ausführlich und Schritt für Schritt im Happy HIT Code.

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Probiotika richtig einnehmen mit Histaminintoleranz

Mehrere Studien haben gezeigt, dass probiotische Bakterien, allen voran jene der Gattung Lactobacillus und Bifidobakteria Eigenschaften aufweisen, die bei einer Histaminintoleranz hilfreich sein können. So können sie die Durchlässigkeit des Darms beheben, bauen die Darmflora wieder auf und unterstützen lokale anti-allergene Bekämpfungen (lgA Allergene).

Die Bakterien im Darm beeinflussen positiv den Signalweg des Histamins (die Aufgabe des Botenstoffs wird unterbunden) und können so einer (ungewollten) Reaktion des Immunsystems (Ausschüttung von Histamin) entgegenwirken.

Unsere Empfehlung: Erst die innere Arbeit (zum Beispiel mit unserem Programm „Happy HIT Code“ und dann eine Darmkur mit Probiotika & Ernährung – wenn dann noch von dir gewünscht.

Unsere Meinung zu Probiotika (aus 15+ Jahren Erfahrung im Gesundheitsbereich)

Bei der Einnahme von Probiotika können wir einiges falsch machen und sofern möglich, sollten wir versuchen, dem Darm mehr frische Lebensmittel in Form von Joghurt oder in Maßen Kefir zukommen zu lassen – anstatt zu viele Pillen zu schlucken. Es ist außerdem – unserer Erfahrung nach – essentiell wichtig, die inneren Themen & Muster zu lösen, die zu so einer großen Anspannung im Körper geführt haben, dass es sich nun in einer Histaminintoleranz äußert. Wie du das machst, zeigen wir dir im Happy HIT Code. Mehr zu unserer Arbeit & über Probiotika erfährst du auch in dieser Podcast Folge:

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Deine Meinung ist uns wichtig

Schreibe uns gerne einen Kommentar und erzähle von deinen Erfahrungen oder stelle deine Frage zum Thema.

9 Kommentare

  1. Kai

    Hallo Nora
    Ich habe eine leichte Histaminunverträglichkeit, und soll Nahrungsmittel meiden, die Histamin enthalten, bzw. Den Körper anregen, Histamin zu bilden.
    Ich leide seit einigen Jahren an der Autoimmunerkrankung Hashimoto. Bei einer stuhldiagnostische Untersuchung wurde festgestellt, dass ich ein Leaky gut habe, Zonulinwert ist erhöht. Mein Arzt empfahl mir Butyrate einzunehmen. Meine Frage: Verändert diese Buttersäure den Histaminspiegel, oder kann ich es bedenkenlos nehmen?
    Des Weiteren habe ich mich entschlossen, eine ausführliche stuhldiagnostische Untersuchung durchführen zu lassen, um genauere Details über den Zustand des Darms zu bekommen.
    Vielen Dank und viele Grüße
    Kai

    Antworten
      • Kai

        Hallo Nora
        herzlichen Dank für Deine Info…und gerne höre ich mir den Podcast an.
        Viele Grüße
        Kai

        Antworten
  2. Tanja

    Liebe Nora,
    ich habe an verschiedenen Stellen gelesen, dass die meisten Bakterien, die in Probiotika vorkommen (wenn nicht überhaupt alle), insbesondere Bifidus und Lactobazillus-Kulturen, in den Dickdarm gehören und im Dünndarm nichts verloren haben. Es kann schlimmstenfalls sogar zu einer Dünndarm-Fehlbesiedelung kommen, wenn z.B. die Magensäure nicht aggressiv genug ist, um diese Bakterien schon im Magen abzutöten. Daher frage ich mich schon sehr lange, warum man dann solche Probiotika oral einnimmt, wenn sie dann ohnehin im Magen großteils abgetötet werden, damit es zu keiner Dünndarmfehlbesiedelung kommen kann. Warum stellt man nicht ein Pulver für einen Einlauf her? Dann würden die Bakterien gleich dorthin gelangen, wo sie hin sollen – nämlich in den Dickdarm!

    Antworten
    • Nora Hodeige

      Hallo Tanja, danke für deine Frage. Das kann ich dir leider nicht beantworten – du kannst die Frage aber sehr gerne mal allen großen Herstellern von Probiotika stellen. Mich würde das auch interessieren und es ist einer der Gründe, warum wir hier bei LMO von einer reinen „du mussst halt einfach genug Probiotika einnnehmen“ Therapie abraten. Tatsächlich ist es wohl so, dass die Kapseln in der Regel so hergestellt werden, dass sie erst im Dickdarm aufgehen sollen (ob das stimmt und in dieser Form möglich ist, weiß ich nicht). Wir setzen ja mittlerweile an einer ganz anderen Stelle an und fragen uns lieber: Warum kann mein Darm das Gleichgewicht nicht (mehr) selbst herstellen? Wo ist da die Ursache? Und das beantworten wir in unserem Programm Happy HIT Code und zeigen dir, wie du auf deine persönliche Antwort kommst. Vielelicht magst du dir das mal anschauen? Alle Infos dazu findest du hier: leben-mit-ohne.de/happy-hit-code/
      Ganz liebe Grüße, NOra

      Antworten
  3. Rosenthal

    Ich bin noch auf der Suche na h dem richtigen Probiotika. Ich bin Fruktoseunvertäglich und Histaminunverträglich. Leider bin ich damit auf mich allein gestellt und reagiere sofort mit Aufstoßen, Sodbrennen und Blähungen, Verstopfung oder Durchfall. Aktuell bestellt habe ich mir von Histamed. Für Tipps würde ich mich unendlich freuen.

    Antworten
    • Nora Hodeige

      Hallo Sarah, danke für deine Frage. Die Sache ist die, dass Probiotika alleine selten wirklich hilfreich und wirkugsvoll sind. Ich weiß, dass uns das gerne so verkauft wird und kenne den Wunsch auch, dass wir einfach etwas einnehmen wollen, was uns hilft. Grundsätzlich bist du mit Histamed nicht schlecht aufgestellt – und unsere Partner von Histamininkus haben auch ein gutes, histamingeprüftes Probiotika entwickelt:
      https://www.leben-mit-ohne.de/nahrungsergaenzungsmittel/

      Allerdings ist der wirkliche Heilungsprozess etwas komlexer und gleichzeitig ganz einfach. Probiotika helfen nicht, wenn wir den Darm nicht mit einer darmgesunden und entgiftenden Ernährung vorbereiten. Es ist sonst wie ein Feld, das verdorrt ist und auf das wir Samen werfen und hoffen, dass dort etwas wächst. Den Darm vorbereiten kannst du zb mit unserer Stoffwechsel Ernährung der „LMO Leber- und Darmkur“, ich verlinke es dir hier mal: https://www.leben-mit-ohne.de/lmo-leber-darmkur/

      Für ein umfangreiche Verbesserung deiner Histaminintoleranz und damit der Körper wieder in einen gesunden Histamin Kreislauf zurück findet, haben wir übrigens unser Histamin-Bundle entwickelt, wo wir dir dabei helfen, die inneren (emotional-mentalen) Ursachen der HIT zu finden, anzuschauen und aufzulösen. Vielleicht ist das ja auch spannend für dich: https://www.leben-mit-ohne.de/deine-reise-zurueck-in-die-histamin-balance/

      Alles Liebe, Nora

      Antworten
  4. Eva

    Welches Probiotika in Pulverform kannst du empfehlen? 🙂

    Antworten

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