Was tun bei Histaminintoleranz und Schwangerschaft?

Histaminintoleranz und Schwangerschaft ist für viele Frauen eine sehr große Herausforderung. Warum das so ist und was es zu beachten gibt, liest du hier.

Eine Schwangerschaft ist eine ganze besondere Zeit für eine Frau. Der Körper verändert sich, das Kind wächst und will optimal versorgt werden und es gibt unglaublich viele Regeln, besonders beim Essen. Verbotslisten und Ernährungsempfehlungen sind für eine Frau, die von Histaminintoleranz betroffen ist, nichts besonders. Doch in der Schwangerschaft kommen einige neue Regeln dazu und man kann schon mal den Überblick verlieren – dazu kommen, gerade in den ersten drei Monaten – oftmals starke Schwangerschaftssymptome wie Übelkeit, extreme Müdigkeit und Kreislaufbeschwerden. Doch auch im letzten Trimester kann eine Schwangerschaft für die Frau eine Herausforderung sein und sie hat mit zahlreichen Beschwerden zu kämpfen. Wie ist das nun mit Histaminintoleranz und Schwangerschaft?

Was ist eine Histaminintoleranz?

Wenn sich im Körper zu viel des biogenen Amins Histamin befindet und der Körper mit dem Abbau durch die histaminabbauenden Enzyme hinterherkommt, dann spricht man von einer Histaminintoleranz. Histamin befindet sich in bestimmten Nahrungsmitteln, weswegen auf histaminreiche Nahrungsmittel verzichtet werden sollte. Beschwerden können auch mit anderen biogenen Aminen zusammenhängen, welche ebenfalls schlechter vertragen werden bei einer Unverträglichkeit auf Histamin. Wenn du die Diagnose Histaminintoleranz hast, fragst du dich vielleicht, was jetzt in der Schwangerschaft besonders wichtig für dich ist.

Histaminintoleranz und Schwangerschaft

Oft wird erzählt, dass es schwierig sei mit Histaminintoleranz schwanger zu werden, das ist so aber nicht der Fall. In der Regel ist eine Schwangerschaft in erster Linie von einem regelmäßigen Zyklus abhängig und dann ist es wichtig, wie der Hormonzustand der Frau ist. Es kann bei Frauen mit Histaminintoleranz zu einem unregelmäßigen Zyklus und sehr häufig zu einem Östrogenüberschuss kommen.

Frauen mit Histaminintoleranz sollten regelmäßig einen Hormonstatus durchführen*, besonders, wenn sie, auch noch Probleme mit der Schilddrüse haben. Histamin wird bei Frauen im Uterus und den Eierstöcken produziert, so ist eine Verbindung zum weiblichen Hormonsystem verständlich – so zum Beispiel auf bei den Themen Pille (und ihre Unverträglichkeit), PMS, Pubertät sowie Menopause und eben Schwangerschaft. Gleichzeitig wissen wir, dass Östrogen für die Ausschüttung von Histamin sorgt und ein erhöhter Histaminspiegel wiederum die Östrogenproduktion unterstützt. Deswegen kommt es bei vielen Frauen mit einem erhöhten Histaminspiegel zu einem Progesteronmangel. Progesteron ist das Hormon, welches für die erfolgreiche Einnistung der Ei-Zelle verantwortlich ist und dafür sorgt, dass die Schwangerschaft bleibt.

Eine Schwangerschaft kann bei den betroffenen Frauen kurzfristig zu einem Rückgang der Beschwerden führen und auch langfristig durch die Hormonumstellung einen guten Einfluss auf die Histamin-Verträglichkeit haben. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass die Plazenta bis zu 300 Mal so viel DAO wie der Körper normalerweise braucht, um den Abbau von Histamin zu bewerkstelligen, produziert.

Hormonstatus regelmäßig machen lassen

Ein Hormonstatus ist demnach regelmäßig eine sehr sinnvolle Geschichte für Frauen mit einer Unverträglichkeit auf Histamin – im besten Fall per Speichelanalyse und natürlich immer in Zusammenarbeit mit einem Arzt. Der Speichel ist so etwas wie das konzentrierte Blut, dort können Mangelerscheinungen und Ungleichgewichte im Hormonhaushalt zuverlässig und meist früher als im Blut abgelesen werden.

Eine Histaminintoleranz hat einen starken Zusammenhang zu hormonellen Veränderungen. So können Phasen einer hormonellen Umstellung wie z. B. in der Pubertät, Schwangerschaft, Schilddrüsenerkrankungen, in den Wechseljahren besonders bei Frauen zu einer Entstehung von einer Intoleranz auf Histamin führen. Eine Hormontherapie mit bioidentischen Hormonen kann hier sehr gut helfen. Dafür suchst du bitte eine*n Expert*in für bioidentische Hormontherapie aus, denn künstliche Hormone werden vom Körper lange nicht so gut aufgenommen und im schlechtesten Fall wird der Körper durch Zusatzstoffe belastet.

Gerade beim (manchmal langfristig nicht erfolgreichen) Versuch schwanger zu werden, kann eine Einnahme von bioidentischem Progesteron sehr hilfreich sein.

Fehlgeburten durch Histaminintoleranz?

Zu viel Histamin im Körper ist schädlich für das ungeborene Kind. Ein erhöhter Histaminspiegel lässt das Risiko einer Fehlgeburt und vorzeitiger Wehen ansteigen. Das Problem hat jede Schwangere, ob sie nun eine Histaminunverträglichkeit hat oder nicht. Jedoch bei einer Frau, die von Histaminintoleranz betroffen ist, funktioniert der Abbau von Histamin nicht und es kann eher zu einem Abgang kommen, für den das Histamin verantwortlich ist.

Daher bildet der Körper ab dem 3. Monat vermehrt das Enzym Diaminoxidase (DAO), welches für den Abtransport von Histamin im Körper verantwortlich ist. Das Enzym wird direkt in der Plazenta produziert und der Histaminspiegel im Körper der Schwangeren senkt sich merklich – gleichzeitig ist das Kind richtig gut versorgt. Somit geschieht es, dass viele Schwangere, die vorher unter einer Histamintolernaz gelitten haben, in der Schwangerschaft damit kaum oder gar keine Probleme mehr haben. Allerdings nimmt der Histaminspiegel direkt nach der Geburt wieder rasant zu und es kann sein, dass die Symptome danach wiederkehren. Manchmal schützt das Stillen noch für ein paar Tage, Wochen oder gar Monate.

Wenn eine Histaminintoleranz nicht bekannt ist und die Neu-Schwangere in den ersten drei Monaten sehr viel Histamin oder andere biogene Amine zu sich nimmt oder besonders viel Stress ausgesetzt ist, kann es tatsächlich zu einem histaminbedingten Abgang des Fötus kommen. Ob die Fruchtbarkeit auch von einer Histaminintoleranz betroffen ist, lässt sich nicht nachweisen. Einige Betroffene berichten, dass sie erst schwanger werden konnten, nachdem sie die Diagnose Histaminintoleranz hatten und sich histaminarm ernährt haben. Wenn wir uns den Zusammenhang zwischen Histaminüberschuss und der Gefahr eines Abgangs vor Augen führen, kann es Sinn ergeben, dass auch ein zu volles Histaminfass keine gute Voraussetzung überhaupt für eine Schwangerschaft sein mag. Eine histaminarme Diät kann eine Möglichkeit sein, die sich bei einem unerfüllten Kinderwunsch anbieten mag, um eventuell die Bereitschaft des Körpers für eine Schwangerschaft zu steigern.

“Schwangerschaft mit Histaminintoleranz: Eine ganz besondere Zeit mit Herausforderungen, aber auch Erleichterungen.”

Der besondere Zustand in der Schwangerschaft

Nach den ersten 3 Monaten wird in der Plazenta vermehr das histaminabbauende Enzym DAO produziert. Dieser Umstand führt dazu, dass bei einem Großteil der Schwangeren die histaminbedingten Beschwerden (nicht bei allen! Leider!) zurückgehen oder gänzlich aufhören. Ein Übermaß an Histamin kann bei einem Ungeborenen zu einem vorzeitigen Abgang führen – daher sollte in den ersten 3 Monaten eine sehr strenge histaminarme Diät gehalten werden. Danach kann vorsichtig einiges ausprobiert werden. Die Plazenta produziert so viel DAO, um das Ungeborene vor Histamin zu schützen und versorgt dabei die Mutter mit Unmengen davon, daher kann diese plötzlich mit Histamin viel besser umgehen. Auch Stress kann im Zweifel besser vertragen und verarbeitet werden (abgesehen von den „fiesen kleinen Hormonen“, die bei Schwangeren den ganzen Tag ihr Unwesen treiben).

Was ist mit HNMT-Mangel / Gendeffekt?

Dieser positive Effekt kommt nur vor, wenn das fehlende DAO das Problem der Histaminunverträglichkeit und daraus resultierender Beschwerden ist. Bei einer Mastzellenaktivierungserkrankung oder dem Mangel an HNMT und einer daraus resultierenden Histaminunverträglichkeit bleibt der Effekt leider aus!
Daher sollte entweder nur ganz vorsichtig getestet werden, ob eventuell einige Lebensmittel besser vertragen werden – oder es sollte (eventuell schon vorher) ein Test gemacht werden, ob DAO oder HNMT Mangel besteht. Eine Mastzellenaktivierungserkrankung muss in jedem Fall anders behandelt werden und lässt sich sowieso nicht alleine durch eine histaminarme Diät beheben.

Was tun, wenn es nicht klappen will

Eine Schwangerschaft hängt von vielen sensiblen Faktoren ab. Folgende Punkte könnten für dich interessant sein, wenn du schon länger versuchst, schwanger zu werden.

Ernährung in der Schwangerschaft mit Histaminintoleranz

Die histaminfreie Diät sollte in den ersten 12 Wochen unbedingt sehr streng fortgeführt werden. Bei der histaminarmen Diät wird auf Histamin in Nahrungsmitteln verzichtet und dies führt zum Weglassen bestimmter Nahrungsmittel – eine umfangreiche Liste findest du hier. Auf alkoholische Getränke wird in der gesamten Schwangerschaft verzichtet. Bitte halte dich in den ersten 12 Wochen sehr streng an diese Liste. Der Körper ist in den ersten 12 Wochen damit beschäftigt das gesamte Hormonsystem auf die Schwangerschaft umzustellen und den Körper auf die nächsten 40 Wochen vorzubereiten.

Er kann gerade jetzt nicht gut mit zusätzlich anfallendem Histamin umgehen. Nach der 12. Woche wird von der Plazenta aber sehr viel DAO, eines der histaminabbauenden Enzyme, gebildet und dies führt zum einen zu einer Verbesserung der Beschwerden und verhindert zum anderen die Gefahr von allergischen Reaktionen für die betroffene Mutter.

Folsäure, Jod und was soll/kann ich einnehmen?

Das ist eine schwierige Frage und jede Schwangere sollte da selbstverständlich ganz nach ihrem Gefühl gehen. Wenn du denkst, dein Baby braucht Folsäure und Jod, dann solltest du es ihm geben. Wichtig ist immer, auf Qualität zu achten. Die meisten von den Frauenärzten verschriebenen Präparate beinhalten Zusatzstoffe und häufig den künstlichen Wirkstoff – greife lieber auf natürliche und bioverfügbare Nahrungsergänzungsmittel zurück, z. B. von der Firma Pure Encapsulations oder Artkis Biopharma. Folsäure wird bei HIT viel besser vertragen, wenn sie aus natürlichem Ursprung ist und Jod ist ja direkt für die Schilddrüse des Babys und wird auch von diesem gebraucht.

Bekommt mein Kind auch HIT oder andere Allergien?

Die gute Nachricht ist: Du kannst etwas dafür tun, dass dein Kind weniger anfällig für Allergien oder Unverträglichkeiten ist. Nämlich, seinen Darm stärken!

Da der Darm eines der wichtigsten (wenn nicht DAS wichtigste) Organ für die Unterstützung des Immunsystems und deiner Gesundheit ist, solltest du auch bei deinem Baby darauf achten, dass der Darm sich optimal aufbauen kann.

Folgende „Maßnahmen“ sind dabei eine große Hilfe

Dein Baby bekommt bei der Geburt (nur spontane Geburt, nicht Kaiserschnitt – deswegen ist dann die externe Probiotika Gabe noch wichtiger) deine Darmbakterien ab, was gut und wichtig für sein Immunsystem ist. Je besser diese Bakterien, die du ihm weitergibst, umso gesünder dein Darm. Daher solltest du deinen Darm spätestens ab 36. Woche mit Probiotika aufbauen.
Ab dem Zeitpunkt der Geburt, kannst du dann deinem Baby Probiotika zur Unterstützung seines kleinen Darmes, der sich in den ersten 5 Monaten nach der Geburt erst vollständig ausgebildet hat – und kannst ihm so zu einer gesunden Darmflora und einem gesunden Immunsystem helfen. Achte darauf, dass die probiotischen Bakterien babytauglich sind, es gibt zum Beispiel von der Firma Omnibiotic ein speziell für Neugeborene in den ersten 3 Monaten entwickeltes Probiotikum – Omni Biotic Panda Pulver –, das du deinem Mäuschen in etwas Muttermilch oder Wasser (1EL) gelöst mit einer Pipette direkt in den Mund geben kannst. Wenn dein Baby ein Fläschchen bekommt, kannst du das Pulver auch dort hineingeben – vorsicht, die Bakterien dürfen nicht wärmer als auf 40 Grad erhitzt werden.

Die Gabe von Omnibiotic Panda für den Zeitraum von 3 Monaten ist optimal für eine gesunde Darmflora deines Babys. Auch für die berühmten 3 Monatskoliken kann diese präventive Eingabe sehr hilfreich sein.

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Dein Weg aus der Histaminintoleranz

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