Damals mit ungefähr 16 als alle anfingen die Pille zu nehmen, ging auch ich zu einer Frauenärztin. Kein fester Freund in Sicht, aber man nimmt die Pille im Teenager Alter ja nur nebensächlich zur Verhütung, viel mehr ist sie Abhilfe für alles, was nervt, Pickel, PMS, Liebeskummer, Pubertät. Ich bekam die Pille verschrieben, die alle meine Freundinnen auch nahmen und ging damit nach Hause. Insgeheim war ich ziemlich stolz drauf. Das war allerdings nicht von Dauer, bereits am nächsten Tag fühlte ich mich unerklärlich traurig, wahnsinnig schlecht drauf und sehr sehr unglücklich. Nach Rücksprache mit der Ärztin wechselte ich die Pillensorte, die Symptome blieben. Nach ca. 5 Wochen depressiver Verstimmung und diverser Pillensorten brach ich das Experiment ab, auf meine eigene Verantwortung. 

Heute nach über 10 Jahren pillenfreier Verhütung (was nicht heißt, dass ich nicht verhütet hätte…) und ja, mittlerweile einem wunderhübschen kleinen Jungen, möchte ich die Pille überhaupt nicht mehr nehmen. Was Hormone alles bewirken können habe ich in unterschiedlichsten Facetten bei meiner chronischen Schilddrüsenentzündung, in der Schwangerschaft und nach der Geburt erfahren können – und nicht zuletzt auch durch die Histaminintoleranz. Mit der zusätzlichen Einnahme von Hormonen sollte man, meiner Meinung nach, nicht so fahrlässig umgehen, wie es leider oftmals gerade im Teenager Alter von einigen Gynäkologen praktiziert wird.  Ich fand es sehr erschreckend wie mit meinem Körper ein hormonelles “Trial & Error” ausprobiert wurde, welches mir sehr deutlich die enormen Auswirkungen unseres Hormonsystems auf die Psyche und nicht zuletzt auf den gesamten Körper zeigte. 

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Damals dachte ich, mein Körper ist halt besonders anstrengend und will keine Hormone nehmen – dann halt nicht. Jetzt habe ich herausgefunden, dass Frauen mit einer Histaminintoleranz sowieso sehr viel sensibler auf die Einnahme von Hormonen reagieren. Histamin und Hormone bilden ein ganz eigenes Wechselspiel, was sich auch darin zeigt, dass viele Frauen in den Wechseljahren plötzlich Probleme mit Histamin bekommen. Ganz ehrlich, wie viele Frauen ab 50 kennst du, die sagen, dass sie keinen Rotwein mehr vertragen? Wenn du darauf achtest, wirst du feststellen, dass es das Gros dieser Frauen betrifft. 


pille und histamin

Was habe ich von depressiven Verstimmungen?

Da ich ja sowieso der Einnahme von chemischen Stoffen relativ skeptisch gegenüber stehe, blies ich dann das Experiment “Nora nimmt die Pille” ziemlich schnell wieder ab. Vielleicht hätte ich irgendwann eine gefunden, die mein Körper einigermaßen akzeptiert hätte. Vielleicht könnte ich schon seit über 10 Jahren zufrieden mit einem gut regulierten Hormonsystem sein. Vielleicht könnte ich alles auf Knopfdruck haben: Meinen Eisprung, meine Periode, meine Lust. Die Frage ist allerdings, ob ich das überhaupt gewollt hätte. Die Pille ist ein bisschen wie Antibiotikum (in den meisten Fällen): Alle nehmen es, weil es uns die Moderne Medizin geschenkt hat und alle vor uns, die diese Wundermittel nicht hatten, die hatten echte Probleme (Kinder und Grippen) … nur hinterfragen viele Menschen diese Einnahmen nicht. 

[s[sam id=”5" codes=”true”]ele Frauen reagieren nicht so unmittelbar wie ich auf die Einnahme der Pille. Gerade bei jungen Mädchen schleicht sich die depressive Verstimmung über Monate ein, bis diese der Meinung sind, ihr emotionaler Zustand gehöre eben zur Pubertät. Liest man den Beipackzettel der Pille dann steht dort unter “häufig” (1-10 von 100 Frauen) “Stimmungsschwankungen, einschließlich Depression”. Doch nicht nur der Geist leidet, auch das Thrombose Risiko ist bei der Einnahme der üblichen Pillenmarken laut einer kürzlich veröffentlichten Studie noch höher als gedacht. Wichtig erscheint hier eine Kosten-Risiko-Abschätzung, die im Zweifel jede Frau für sich selbst machen sollte. Denn, dass gesunde Frauen nebenwirkungsreiche Medikamente über Jahre hinweg einnehmen, sollte nicht die Regel sondern eher die Ausnahme sein- von Seiten der Gynäkologen sehe ich da noch Aufklärungsbedarf, denn, wenn man keine Pille nehmen möchte, wird man doch ziemlich schräg angeschaut, besonders von den Ärzten. Obwohl es wirklich gute Alternativen gibt! Du musst nur eine/n Gynäkologin/en finden, die/der dich über Alternativen informiert.

Geht es denn wirklich nur mir so?

Dass die Pille nicht nur Segen in einer selbstbestimmten Zeit ist höre ich auch aus meinem Freundeskreis immer öfter. Viele Frauen setzen jetzt mit Anfang 30 die Pille ab (weil sie sich Kinder wünschen) und sind überrascht, wie anders sie sich dadurch fühlen.

“Heute weiß ich, dass ich meinen Job schon viel früher gekündigt hätte, wenn ich damals nicht die Pille genommen hätte! Jetzt würde ich mir das nicht mehr gefallen lassen”, sagte mir neulich eine Freundin und das hat mich sehr nachdenklich gemacht. 

pille und histamin_titel

Was hast du für Erfahrungen mit der Einnahme der Pille gemacht? Hat dich das Absetzen der Pille auch verändert?

 

 

Nora Hodeige

Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
Nora Hodeige

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