In diesem Beitrag zu meiner Artikelreihe “Wenn Ernährung heilt” habe ich Katharina für dich interviewt. Katharina hat für sich die Ernährung nach der TCM entdeckt als sie auf der Suche nach einer Behandlung ihrer Neurodermitis gewesen ist. Sie ist mittlerweile diplomierte Ernährungsberaterin nach TCM und beschäftigt sich auch intensiv mit der gesunden Ernährung von Babys und Kleinkindern und ist Expertin im Bereich TCM Ernährung bei Neurodermitis. Darüber hat sie übrigens auch ein Buch geschrieben, das ganz neu erschienen ist*. Auf ihrere Seite www.ernaehrungsberatung-wien.at findest du ihr Beratungsangebot und zahlreiche, sehr hilfreichen Blogartikel.

Wo liegen die Unterschiede in der Ernährung nach TCM zu einer westlichen Ernährung?

In der TCM wird der Mensch immer als Individuum und als Einheit betrachtet, die Ernährungsempfehlungen gelten daher immer ganz individuell für diesen einen Menschen mit allen seinen Beschwerden und Herausforderungen. Westlichen Ernährungsregeln wie Kalorienanzahl, Eiweiß-Kohlenhydrat-Verhältnis oder die Anzahl der Mahlzeiten am Tag werden in der TCM kaum behandelt. Es geht bei der Zusammenstellung der Lebensmittel immer um deren thermische Wirkung (kühlend, wärmend) sowie um Farbe und Geschmack der Lebensmittel. Ein besonders großes Augenmerk wird in der TCM auf die Verdauung gelegt: Wenn die Verdauungskraft gestört ist, dann kann der Mensch nicht gesund sein. Daher gilt nach TCM, dass die Lebensmittel größtenteils gekocht und warm gegessen werden sollten – so ist ein gekochtes Frühtück (ein Frühstücksbrei) sehr viel bekömmlicher und leichter verdaulich als das Butterbrot am Morgen. 

Die Lebensmittel werden in der TCM nach ihrem Geschmack unterschieden: natursüße Lebensmittel wie beispielsweise Karotten, Reis und Fleisch wirken harmonisierend und befeuchtend auf den Körper – wohingegen der saure Geschmack die Säfte bewahrt und daher z.B. im Sommer bei starkem Schwitzen sehr zu empfehlen ist. Alle Nahrungsmittel sind bestimmten Organen zugeordnet, so dass du mit dem Essen bestimmter Nahrungsmittel ein Organ besonders stärken kannst. 

Des Weiteren werden bei der Behandlung bestimmter Beschwerden nach TCM immer die Symptome betrachtet und an Hand dieser werden dann die Nahrungsmittel zusammengestellt. Ein rotes Gesicht beispielsweise deutet auf zu viel Hitze hin und daher ist es empfehlenswert scharfe Gewürze zu meiden. Auch Juckreiz deutet auf zu viel innere Hitze hin, es sollten also scharfe Gewürze, Zimt, Ingwer, Yogi-Tee, Kaffee, gegrilltes und frittiertes Fleisch, Fast Food, Alkohol und Fertiggerichte gemieden werden.

Noch mehr TCM?

Wenn du dich für die TCM Ernährung interessierst und wissen möchtest, wie du ganz individuell deinen Körper besser unterstützen kannst, dann hat Katharina hier einen Gratistest nach TCM für dich zusammengestellt, mit dem du herausfinden kannst, ob du eher Yin oder Yang bist. 

Noch mehr “Wenn Ernährung heilt”?

Hier findest du den Kick Off Beitrag zur Artikelserie und hier den Beitrag von Nadja, die von ihrer Low Carb Ernährung berichtet und wie sie das ihrer Gesundheit sehr viel näher gebracht hat. 

TCM Ernährung auch bei HIT - besonderer Augenmerk: Warme Mahlzeiten werden besser verdaut.
TCM Ernährung behandelt den Menschen in seiner individuellen Ganzheit. Auch bei Histaminintoleranz gilt es die individuellen Beschwerden zu sehen.

Interview mit Katharina zu ihrer persönlichen TCM Ernährung

 

Nach welcher Ernährungsform ernährst du dich?

Ich ernähre mich nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie unterscheidet sich von der westlichen Ernährungslehre vor allem dadurch, dass mehr gekochtes und weniger kaltes, rohes Essen empfohlen wird. Das hängt damit zusammen, dass die Stärkung der Verdauung im Mittelpunkt steht, die als Wurzel der Gesundheit gilt. Wo bei uns auf möglichst viele Vitamine etc. geachtet wird, schaut die TCM vor allem auf die individuelle Verdauungskraft. Die thermische Wirkung spielt eine große Rolle – was wärmt mich, was kühlt mich? Beispiele: Chili und Ingwertee wärmen, Jogurt und Smoothies kühlen.

Wie lange ernährst du dich bereits so?

Seit 2007.

Was hat sich dadurch für dich verändert?

Sehr, sehr viel! Begonnen habe ich damals wegen meiner Haut mit der TCM-Ernährung. Ich hatte viele Jahre lang Neurodermitis, die auf keine der üblichen Versuche (Bioresonanz, Cortison, Nachtkerzenöl…) wirklich angesprochen hat. Erst die TCM-Ernährung hat mir zu dauerhafter Besserung verholfen, heute bin ich symptomfrei. Nebenbei hat sich meine Verdauung verbessert, ich habe viel mehr Energie als früher und bin viel seltener krank. Menstruationsbeschwerden kenne ich nicht mehr und auch die unklare Übelkeit, die mich früher oft plagte, ist verschwunden.

Gab es einen ursprünglichen Anlass für diese Änderungen in deiner Ernährung?

Ja, ich wollte einen letzten Versuch starten, meine Neurodermitis in den Griff zu bekommen. Es ist gelungen!

Woher hast du deine Informationen über diese Ernährungsform?

Zuerst aus den Büchern von Barbara Temelie*, danach habe ich die Ausbildung zur dipl. Ernährungsberaterin nach TCM gemacht, am Schlossberginstitut in Wien.

Wem würdest du diese Ernährung empfehlen?

Allen, die merken, dass ihnen die im Westen empfohlene Ernährung mit viel Rohkost, Smoothies und Milchprodukten nicht gut tut. Allen, die Verdauungsprobleme haben. Und die nicht mehr jedes Mal überlegen wollen, wie viel Vitamine, Eiweiß, Kohlenhydrate und Kalorien in einem Essen drin sind. Alle diese Begriffe sind in der TCM-Ernährung nämlich unbekannt! Außerdem eignet sich die TCM-Ernährung, um mehr Energie zu bekommen und ein besseres Immunsystem aufzubauen.

Ist die TCM Ernährung bei Histaminintoleranz empfehlenswert?

Ja, auf jeden Fall. In der TCM nehmen wir immer Bezug auf die individuellen Symptome des Betroffenen. Ein roter Hautausschlag beispielsweise deutet auf zu viel Hitze hin, daher wären kühlende Lebensmittel empfehlenswert (mehr Gemüse, weniger Fleisch). Wer geschwollene Augen oder eine laufende Nase hat, besitzt zu viel Feuchtigkeit im Körper. Die richtige Ernährung kann diese wieder ausleiten und die Beschwerden lindern – hier wäre es beispielsweise hilfreich die Milchprodukte einzuschränken. Bei allen Unverträglichkeiten gilt, dass die Verdauung geschwächt ist und also wieder gestärkt werden sollte. In jeder TCM Ernährungsberatung gibt es zahlreiche Tipps, wie du deine Verdauungskraft wieder stärken kannst. Im Übrigen ist es auch bei einer Ernährung nach TCM unerlässlich, dass erst einmal alle histaminhaltigen Lebensmittel weggelassen werden müssen. Gleichzeitig ist es wichtig, mit einer Auslassdiät, deine persönlichen Auslöser herauszufinden und diese für eine gewisse Zeit lang zu meiden.

Weitere Hinweise zu den Ursachen von HIT und zur Behandlung nach TCM findest du bei Katharina auf dem Blog. 

Vielen Dank, liebe Katharina, für diesen interessanten Einblick in die Ernährung nach der TCM.

Katharina Ziegelbauer

www.ernaehrungsberatung-wien.at

Seit 2008 ist Katharina leidenschaftliche Ernährungsberaterin nach TCM und gibt ihr Wissen in Onlinekursen und auf ihrem umfangreichen Blog (www.ernaehrungsberatung-wien.at) weiter. Sie ist Autorin mehrere Bücher und hält regelmäßig Workshops in Wien. Du findest Katharina auch auf Facebook und Twitter. 

Möchtest du mehr über die TCM Ernährung erfahren? Dann kannst du auf Katharinas Webseite einen kostenlosen Yin oder Yang Test machen – klicke dazu einfach hier!

Nora Hodeige

Nora Hodeige

Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
Nora Hodeige

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