Nach 3 Jahren Abstinenz habe ich letzte Woche mein erstes Glas histaminfreien Wein getrunken – das war doch eine ziemliche Herausforderung und völlig entgegen meiner Erwartungen!

Zuerst einmal sei gesagt: Viele Menschen mit einer Histaminunverträglichkeit vertragen keinen Alkohol, sei er nun histaminfrei oder nicht! Daher sei es angeraten, jedem, der nicht weiß, ob er Alkohol verträgt, sollte beim Ausprobieren sehr vorsichtig sein. Ich bin auch eine von denen, die eigentlich gar keinen Tropfen Alkohol vertragen. Eine Zeit lang konnte ich nicht einmal Medikamente nehmen, die in Alkohol gelöst waren, – sogar ein paar Tropfen lösten Beschwerden wie Schwindel, Herzrasen und Müdigkeit aus.

Mit dieser Erfahrung im Hinterkopf hatte ich vor einigen Wochen so unglaubliche Lust auf einen guten Schluck Wein. So sehr, dass ich mich entschlossen habe, es einmal wieder auszuprobieren. Da ich aber das Risiko besonders gering halten wollte, habe ich mir einen histaminfreien Wein bei dieser Winzerin bestellt. Ich habe mich an Wein heran getraut, da meine momentane Entgiftungskur sehr gut anzuschlagen scheint und ich mich ein wenig sicherer im Umgang mit Lebensmitteln fühle.

Update: Nach meiner Schwangerschaft war ich sogar so mutig, histaminfreien Rotwein auszuprobieren. Das Ergebnis hat mich selbst überrascht.


Histaminfreier Wein im Test – ein erstaunliches Ergebnis

Ich habe mich für den “Grünen Veltliner” in der histaminfreien Variante entschieden. Den Wein habe ich natürlich nicht einfach so, sondern zum Essen und in Begleitung mehrere Freunde ausprobiert.

Wie aber ist es nun gewesen, nach 3 Jahren strengem Alkoholverzicht ein Gläschen histaminfreien Wein zu trinken?

Zuerst einmal ist es ein sehr komisches Gefühl gewesen, nach 3 Jahren Verzicht und den Erinnerungen an die unguten Zeiten, auch nur einen Schluck Alkohol zu trinken. Die Gewissheit, dass es ein histaminfreier Wein ist, half dabei nur sehr bedingt.

Der Test hat für mich sehr interessante Ergebnisse bereitgehalten:

Erstens: Wein schmeckt mir überhaupt nicht!

Ehrlich, ich war total baff! Wein schmeckt mir einfach gar nicht, er ist unglaublich bitter, sauer und kein bisschen süß. Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, aber ganz sicher nicht das. Kann es sein, dass man sich an den Geschmack von Wein erst wieder gewöhnen muss? Wenn er mir aber eigentlich gar nicht schmeckt, sollte ich mich dann überhaupt daran gewöhnen wollen? Ist ja auch irgendwie gesünder ohne… Ihr könnt euch meinen Unmut und gleichzeitige Enttäuschung überhaupt nicht vorstellen. So lange habe ich auf diesen Moment gewartet und dann das.

Zweitens: Auch nach 1/8 L habe ich mich nicht betrunken gefühlt.

Ich weiß nicht, ob es Einbildung war, aber ich habe weder übertrieben gekichert, noch zu viel geredet oder grüne Männchen gesehen. Lustigerweise habe ich wirklich damit gerechnet, dass ich nach 3 Jahren Verzicht die Wirkung des Alkohols unmittelbar spüren würde. Mit so gar keiner Reaktion nach dem Genuss meines Gläschens histaminfreien Wein hatte ich nun nicht gerechnet und irgendwie ist es ja dann auch ein bisschen schade. 

Drittens: Histaminfreier Wein scheint tatsächlich besser zu sein.

Ich kann das natürlich nicht beschwören. Es war erstens Weißwein und zweitens mein bisher einziger Versuch mit Alkohol. Daher kann ich nicht sagen, ob ich überhaupt wieder Alkohol vertrage oder, ob es nun daran liegt, dass dieser histaminfrei gewesen ist. Fakt ist, es ist mir gut bekommen. Nach einem Glas war für mich zwar Schluss, aber das war es mir allemal wert. Ich werde in absehbarer Zukunft noch einen Versuch starten, diesmal vielleicht mit Sekt, da könnte ich mir vorstellen, dass der Geschmack gefälliger ist.

Wein und Kaffee – der Geschmack des Erwachsenseins

Interessanterweise ist mir aufgefallen, dass ich nach fast 2 Jahren keinen Kaffee auch daran kaum Gefallen finden konnte. Mittlerweile trinke ich (natürlich nur entkoffeinierten) Kaffee mit schön viel heißer Milch und es schmeckt mir wieder gut, aber die ersten 5 Male fand ich es eine echte Zumutung. Wie kann einem so etwas schmecken, dachte ich? Und vor allem: Wie konnte ich viele Jahre meines Lebens so ein großer Kaffee Fan sein? Man scheint sich also an den Geschmack von Kaffee genauso gewöhnen zu müssen wie an den Geschmack von (histaminfreiem) Wein. Es ist wie damals, als wir langsam erwachsen wurden und das Kaffee trinken für uns entdeckt haben, erst mit ganz viel Zucker und dann langsam ohne – oder das Wein trinken lernen mussten, erst nur Sekt, dann ein kleines Schlückchen zum Essen und dann ein bisschen mehr. Kann sein, dass ich gerade noch einmal geschmacklich erwachsen werde.

Nora Hodeige

Nora Hodeige

Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
Nora Hodeige