Dies ist Teil 3 der Candida Reihe, geschrieben von der lieben Steffi aus der LMO Community. Teil 1 mit einem Überblick zu Candida kannst du hier nachlesen und in Teil 2 hat Steffi uns erzählt, wie Candida am Sinnvolsten nachgewiesen werden kann. Heute erklärt sie uns ausführlich, wie eine Behandlung von Candida aussehen könnte und sollte. Viel Spaß beim Lesen! Wenn du Fragen hast oder deine Erfahrungen teilen magst, dann schreib doch unter den Artikel einen Kommentar. Danke!

Eine erfolgreiche Darmpilztherapie ist eine komplexe, schwierige Angelegenheit, die nicht innerhalb kurzer Zeit erfolgen kann. Dieser Abschnitt soll lediglich Anregungen geben, was möglich wäre oder was zu beachten ist und soll in keinem Fall als bindender Therapievorschlag gelten.

Da Pilze Schwermetalle lieben, wird an vielen Stellen geraten vor einer Behandlung zunächst bestehende Amalgamfüllungen zu entfernen.

Der nächste Schritt wäre dann die Stärkung der Ausscheidungsorgane Leber, Nieren und Lymphe und eine anschließende Entgiftung. Gleichzeitig sollte eine Stabilisierung der Verdauung stattfinden, um den Körper nicht noch weiter zu belasten (z.B durch Vulkangestein zum Binden der Toxine, Allergene meiden, bei Nahrungsintoleranzen und Verdauungsschwächen dementsprechend Ernährung umstellen) Diese Phase alleine sollte schon 3-4 Wochen andauern um den Körper zu stabilisieren. Außerdem sollte bei der Ernährungsumstellung auch schon an eine zukünftige gesündere Ernährung gedacht werden, sodass die guten Bakterien später nicht wieder aushungern.

Anschließend gehören zu einer dauerhaften Behandlung die Gabe von Antimykotika (Antipilzmittel) und die Betreuung durch einen Arzt. Verordnet wird hier vor allem Nystatin und Fluconazol. Achtung wird hier aber gegeben, denn Lösungen für den Mundbereich wirken nur lokal im Mund, nicht im Darm und umgekehrt. Befindet sich der Pilz im Mund und im Darm, müssten 2 verschiedene Mittel eingenommen werden, oft hintereinander. Diese Antimykotika werden in der Regel 7-10 Tage eingenommen.

Zeitgleich sind Toxinbinder (z.B. Vulkangestein, Myrrhinil, Birkenkohle comp., Activomin) zum Binden der freigesetzten Toxine beim Absterben der Pilze empfehlenswert. Außerdem verträgliche Phytotherapeutika (z.B. Grapefruitkernextrakt, Kapuzinerkresse, Meerrettich, Bärlauch)um den Körper bei seiner Abwehrfunktion zu unterstützen und Enzyme (z.B. Regazym Plus, Regacan) und Probiotika um die Ursache der Überwucherung zu behandeln.

Zeitgleich zur Nystatin Einnahme (nicht vorher) sollte eine Ernährungsumstellung (hier kann auch auf meine LYM Ernährung zurück gegriffen werden_Anmerk. Nora) erfolgen für die Dauer von 8 Wochen. Hier werden sie nicht ausgehungert, es werden lediglich ihre „Lieblingsspeisen“ gemieden sodass sie nicht gemästet werden.

  • Vermeiden von Zucker: Saccharose, Fructose, Maltodextrose, Sorbit und Xylit sind zu vermeiden. Also keinen Haushaltszucker, braunen Zucker, Rohrzucker, Zuckerrohrsaft, Kandis oder Traubenzucker. Laktose ist hingegen erlaubt und auch erwünscht. Auch darf auf kohlenhydratfreie Süßstoffe wie Acesulfam, Aspartam, Saccharin und Cyclamat zurück gegriffen werden (falls verträglich)
  • Vermeiden von Weißmehl: Vollkornprodukte sind hingegen erlaubt (ohne Zusatz von Malz) 
  • Getreideprodukte: Erlaubt sind Kartoffeln, Vollkorngrieß, Haferflocken, Weizenflocken, Dinkelflocken, Hirseflocken, Dinkelkleie, Haferkleie und Reis (außer weißer Reis und Vollkornreis)
  • Vermeiden von gesättigten Fettsäuren: Der Pilz kann seinen Stoffwechselweg zum sogenannten „Glyoxylatzyklus“ umstellen. Dies erlaubt den Hefen den Abbau von Fetten. Erlaubt sind alle pflanzlichen Öle, am besten kaltgepresst
  • Vermeiden von Alkohol
  • Basenüberschüssige Ernährung: Viel Obst und Gemüse (außer ganz reife und süße Früchte)

Empfehlenswert wäre auch eine zeitgleiche Colon-Hydro Therapie. Dadurch werden Pilznester, Sporen und vieles mehr aus dem Dickdarm gespült. Es gibt diese auch in Verbindung mit Rizol (pilztötend) und Medizinkohle (bindet Toxine).

Das radikale „Aushungern“ des Pilzes, also den kompletten Verzicht auf Kohlenhydrate würde ich nicht empfehlen. Bei normal funktionierendem Immunsystem beschränkt sich der Hefepilz auf zuckerreiche Areale des Körpers, da er sich von diversen Zuckerarten ernährt. Entzieht man nun dem Pilz von einem auf den anderen Schlag sämtliche Nahrung, wird dieser sich auf die Suche nach Nahrung begeben und durch die Darmschleimhaut in den Körper wandern. Hier kann er auch innere Organe mit schwerwiegenden Folgen befallen.

Es ist ja auch so, dass wir selbst an irgendeine Form von Energie kommen müssen in Form von Kohlenhydraten. Der Körper kann zwar auch aus Fetten und Proteinen Glukose herstellen, aber der Weg bis dahin ist beschwerlich, es können Unterzuckerungen auftreten, Kreislaufprobleme usw. Auch benötigen die hilfreichen Bakterien in unserem Körper Brennstoff, und es sollte unser letztes Anliegen sein, auch diese mit auszuhungern.

Natürliche Mittel gegen Candida Infektionen

  • Echinacea
    Unterstützt das gesamte Immunsystem und hilft somit Infektionen oder Pilzinfektionen zu stoppen
  • Granatapfel

    Der enthaltene Gerbstoff „Punicalagin“ durchbricht die Schutzbarriere des Pilzes und macht ihn so unschädlich

  • Grapefruitkernextrakt

    Ist wirksam gegen eine Vielzahl von Bakterien, Viren und Pilzen indem er die Zellwände angreift. Empfohlen wird das Einschleichen in der ersten Woche mit 3 mal täglich 2 Tropfen, in der zweiten Woche kann man auf 5 Tropfen, in der dritten auf 10 Tropfen steigern. (Zum Beispiel dieses Grapefruitkernextrakt in Bio Qualität.*)

  • Knoblauch

    Ein allgemein gutes Mittel gegen Bakterien und Pilze durch seine natürlichen schwefelhaltigen Verbindungen. Allerdings sollte er frisch und roh verzehrt werden. Knoblauch regt außerdem das Wachstum der guten Bakterien im Darm an. Empfohlen werden 1-3 zerdrückte Knoblauchzehen pro Tag.

  • Kokosöl

    Die zum großen Teil enthaltenen mittelkettigen Fettsäuren Capryl-, Caprin- und Laurinsäure wirken antifungal. Empfohlen wird die Einnahme von Täglich 3 mal 1 EL.(Die Ölmühle Solling macht ein gutes Kokosöl in Bio Qualität, du bekommst es hier.*)

  • Kolloidales Silber

    Ausgezeichnetes Mittel gegen Bakterien, Viren und Pilzen. (Zum Beispiel dieses hier.*)

  • Oreganoöl

    Hat viele Phenole im Kampf gegen sämtliche Bakterien und Pilze. Ein weiterer Inhaltsstoff „Carcavrol“ ist gegen sämtliche Darmparasiten und pathogene Bakterien wirksam. Das Besondere ist dass sich in Tests erwiesen hat, dass die nützlichen Laktobazillen nicht gestört werden. Empfohlen wird 2 Mal täglich 3 Tropfen Öl in einem Glas Wasser zu trinken. Alternativ kann es auch in Tablettenform eingenommen werden. Achtung aber: kein Alkohol als Inhaltsstoff, auf viel Carvacrol achten. (Dieses hier entspricht den Anforderungen.*)

  • Zimt

    Er besitzt antibakterielle und Pilz bekämpfende Eigenschaften und entfernt sogar Parasiten im Körper. Die Empfehlung liegt bei einer 1-2 Monate langen täglichen Einnahme von 1-4 g (1/4 bis ½ TL) Zimt, der einfach zu verschiedenen Speisen beigemengt werden kann.

Über die Autorin

Steffi (35) aus Bayern arbeitet im medizinischen Bereich und ist selbst von Histaminintoleranz betroffen. Da sie eine große Hilfe in meiner Facebook Gruppe und besonders im Berich Candida ein großes Wissen hat, habe ich sie gefragt, ob sie einen Artikel über Candida Albicans schreiben möchte.  Zum Glück hat sie “ja” gesagt. Ich bin Steffi sehr dankbar, dass sie uns ihr geballtes Wissen in drei Artikeln zur Verfügung stellt.

Teil 1 erklärt, was Candida Albicans ist und welche Symptome dabei auftreten. Teil 2 zeigt, wie du dich auf Candida testen kannst und in Teil 3 geht Steffi auf die verschiedenen Therapiemethoden ein. (NH)