Es ist immer ein großes Risiko dabei, wenn man einen Darmflora Test machen lässt. Meist kommt dabei nichts Gutes raus – nur noch mehr Einschränkungen. So auch bei mir. Was bedeutet, dass ich jetzt histaminfrei, fructose- (also auch zuckerfrei) und glutenfrei esse. Ein kleiner (Alb-)Traum, aber auch die Möglichkeit, meinen Darm endlich wieder gesund zu bekommen!

Gegen Gluten habe ich keine Unverträglichkeit. 

Dennoch habe ich es seit 2 Wochen von meinem Speiseplan gestrichen. Warum? Weil sich Gluten mit der Hashimoto nicht verträgt. Das hat mir meine Ärztin nun (nach mehreren Jahren mit der Krankheit) anvertraut. Sie dachte, mir sei das bewusst gewesen. War es nicht! Und, wie ich immer wieder in diversen Foren lese, ist das allgemein nicht sonderlich bekannt. Oder sagen wir es besser: Es wird geleugnet! [sam id=”4" codes=”true”]

Die meisten Menschen leugnen (leider), dass Essen einen Einfluss auf unsere Gesundheit hat. Die meisten Ärzte leugnen sogar Unverträglichkeiten und tun jeden Zusammenhang von Essen und Symptomen unter Psychosomatik ab. Ich will nicht bestreiten, dass Unverträglichkeiten tatsächlich oft eine psychische Ursache haben können, allerdings anders als die meisten Ärzte das denken. Wie auch immer: Die Unverträglichkeit ist da und muss anerkannt und behoben werden – so gut das eben geht. Dazu gehört Darmsanierung, Diät, Darmaufbau. Und der Blick hinter die Kulissen: Warum werde ich krank?

Warum ich trotzdem kein Gluten esse

Schuld daran ist mein Hashimoto. Was sich jede(r) Betroffene bewusst machen sollte: “Hashimoto ist eine Störung des Immunsystems und kein Problem der Schilddrüse.” Dies bedeutet, dass viele Menschen trotz gut eingestellter Schilddrüsenhormone weiterhin Probleme haben. Denn das Immunsystem ist gestört und greift körpereigenes Gewebe an, anstatt den Körper vor schädlichen, äußeren Eindringlingen zu schützen. Der Sitz des Immunsystems ist der Darm, welcher mit allerlei Unverträglichkeiten und anderen Wehwehchen reagiert. Ernährung ist in diesem Fall eine wirkliche Medizin, denn der Körper wird entlastet, der Darm erholt sich, das Immunsystem beruhigt sich. Ein weiterer Weg zu mehr Darm-Gesundheit ist es daher sicherlich, den Darm wieder auf Vordermann zu bringen, was manchmal gar nicht so einfach ist. 


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Was hat das jetzt aber mit Gluten zu tun? 

Gluten steht auf Grund seiner zellulären Struktur in Verdacht, den Angriff des Immunsystems auf die Schilddrüse anzuheizen. Ein gefährlicher Schub im verlauf dieser chronischen Krankheit kann die Folge sein. Manche Quellen bezeichnen Gluten gar als “das Schlimmste, was du deiner Schilddrüse antun kannst”

Gluten – richtigerweise der Gliadinanteil im Gluten – ist für Schilddrüsenpatienten der häufigste Auslöser einer Überreaktion im Darm, weil seine Molekularstruktur derjenigen der Schilddrüse sehr ähnlich ist. (Sagt Autoimmunpaleo.de)

Das Immunsystem scheint das Gluten im Darm mit dem Schilddrüsengewebe zu “verwechseln” und greift sowohl das eine als auch das andere an. Das Ergebnis ist ein gestörter Darm, der wiederum auf eigentlich verträgliche Nahrung überreagiert, weil er so überfordert ist. Er kann nicht zur Ruhe kommen. Das Wichtigste scheint demnach zu sein, den Darm zu entlasten. Damit er sich erholen kann. Damit er frei werden darf. Und, wenn das heißt, auf Gluten zu verzichten, dann mache ich das. Immerhin möchte ich doch ganz und gar gesund sein und es auch bleiben.  glutenfrei_essen_inhalt3

Ob das eine gute Idee ist, weiß ich noch nicht. Sicherlich ist es eine vernünftige. 

Interessant ist, dass in vielen Foren und auch bei persönlichen Gespräche die meisten stets abwehrend reagieren, wenn ich sage, ich esse jetzt kein Gluten mehr. Aus gesundheitlichen Gründen und das, obwohl ich keine Glutenunverträglichkeit habe. Warum ist das so? Ich glaube, die meisten von uns sind genervt von diesem Gesundheitswahn, Paleo, Low Carb, vegan, glutenfrei, zuckerfrei, geschmacksfrei. Und wir möchten uns von “denen” doch nicht vorschreiben lassen, was wir essen dürfen und, was nicht. Wer sagt denn, dass glutenfrei wirklich gesünder ist? All’ das viele Reismehl und der ganze Mais… 

Zu diesem Thema der glutenfreien Ersatz-Nahrung habe ich mir noch einmal detaillierter Gedanken gemacht, nachlesen kannst du das hier!

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Mir geht es da wie vielen anderen auch: Ich möchten nicht, dass mir jemand vorschreibt, wie ich zu essen haben. Ich sehen viele dieser “Essensrichtungen” mit skeptischem Abstand und bin prinzipiell dagegen Lebensmittel wegzulassen, wenn man sie doch eigentlich gut verträgt. Das macht nämlich Stress. Ein solch geregeltes Essen, nicht jederzeit und jedenorts essen zu können (zu dürfen), was gerade auf den Tisch kommt, macht Stress. Es ist kompliziert, wenn man eingeladen ist und bei jedem Gang sagen muss: “Oh, das kann ich leider nicht essen.” Es macht einsam, weil man weniger eingeladen wird, denn andere haben Angst, “dass sie etwas falsch machen könnten”. 

Und doch!

Es tut mir so gut. Schon nach 2 Wochen ohne Gluten und ohne (Frucht-) Zucker, merke ich es. Ich habe viel weniger Hunger, bin weniger aufgebläht, mein Stuhlgang hat sich reguliert, meine Verdauung dreht nicht durch, ich bin weniger müde. Das alles kann ich in direktem Zusammenhang mit glutenfrei und zuckerfrei bringen. Was nicht heißt, dass ich nicht ab und zu Lust auf so ein schönes Stück Kuchen hätte. Oder von Schokocroissant träume. Vielleicht gönne ich mir das ja irgendwann mal wieder, ab und zu, ganz selten, als Ausnahme. Aber für jetzt, lebe ich erst einmal glutenfrei und zuckerfrei. Und das ist auch gut so!

Nora Hodeige

Nora weiß, wie man sich mit der Diagnose Histaminintoleranz fühlt. Für dich ist sie daher immer auf der Suche nach histaminarmen Rezepten, gesunder Ernährung und so viel Entspannung wie möglich, damit auch du bald wieder essen kannst, was du möchtest. Mit ihren Tipps für Entspannung, Ernährung & Entgiftung auf allen Ebenen kannst du auch deinen Körper zurück zu einem gesunden Zustand führen: In Balance mit Körper, Seele und Geist.
Nora Hodeige